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Biomethan erhitzt die Gemüter

VonAnett Seidel

Ein knappes Ja für Biomethan in Friedland. Dem weiteren Verfahren für die Biomethangasanlage steht nichts mehr im Weg.

Friedland.„Die Biomethangasanlage wird Friedland prägen“, appellierte Bauausschussvorsitzender Daniel Jacobasch (CDU). Die Stadtvertreter hatten über das Vorhaben abzustimmen und somit einem weiteren Genehmigungsverfahren den Weg zu ebnen. Das Vorhaben ist im Vorfeld viel diskutiert worden und löste am Mittwochabend während der Sitzung eine heftige Diskussion aus.
Der Bauausschuss hatte dem Vorhabenträger Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben, Nachweise über Geruchsbelästigung zu erbringen und über die Belastungen der Straßen durch die Rübenlaster. Außerdem sollte der Nachweis vorliegen, dass genug Rüben bezogen werden können, um weiteren Maismonokulturen entgegen zu wirken. Daniel Jacobasch forderte deshalb, dass Thema zu verschieben und in den Ausschüssen zu diskutieren.
Bürgermeister Wilfried Block konnte darauf hinweisen, dass Zuarbeiten seitens des Investors geleistet worden seien. Wenn die Stadtvertreter dem Vorentwurf zustimmen, sei die Anlage am Pleetzer Weg aber noch lange nicht genehmigt. Ein Verfahren mit öffentlicher Auslegung folge. „Der Investor hat ein Recht darauf, dass das Thema behandelt wird.“
Renate Walloschke von der Frauenliste machte ganz klar deutlich: „Mir reichen die Zuarbeiten nicht.“ Konkrete Angaben würden ihr fehlen. „Da wird eine Fabrik gebaut“, argumentierte Abgeordnete Gabriele Trier. Bisher habe die Stadt weder etwas von den vielen Windrädern, noch von den Photovoltaikfeldern und von der Biomethananlage werde sie ebenfalls keinen Nutzen haben. „Wir müssen uns überlegen, ob wir einen Luftkurort oder Dornröschenschlaf haben wollen“, meinte Thomas Will (SPD) Die Geschichte Friedlands spreche für die Anlage im Pleetzer Weg, einem geschichtsträchtigen Industriestandort, möglicherweise auch ein Schritt für weitere Entwicklungen. Daniel Jacobasch wollte sich nicht unter Druck setzen lassen: „Die Stadt ist Herr des Verfahrens.“ Aber mit einer knappen Mehrheit von acht Ja-, sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung kann das Vorhaben nun weiter voran getrieben werden.

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