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Brandheiße Entscheidung steht noch aus

VonBärbel Gudat

In Cammin brodelt es beim Thema Feuerwehr weiter. Ein Gepräch mit dem Kreiswehrführer brachte keine Entspannung.

Burg Stargard.Der Ärger über das vorausgegangene Gespräch war beim Abschied zu spüren. Der Camminer Wehrleiter Andreas Stern und sein Stellvertreter Edgar Ebert hatten mit Bürgermeisterin Annett Stern Kreiswehrführer Norbert Rieger darum gebeten. Über den Brandschutz in ihrer Gemeinde hatten sie sich mit Amtswehrführer Hans-Jürgen Lohde bei einer früheren Gemeindevertretung zerstritten. „Der Brandschutz ist nicht gewährleistet“, brachte die Camminer damals auf die Palme. Vom Kreiswehrführer forderten sie nun eine eindeutige Anwort. Er stehe zu den Aussagen des Amtswehrführers. Eine gute Ausbildung sei unabdingbar, mehr noch als der Helferwille. Die Feuerwehr sei ein besonderes Ehrenamt, bei dem man sich auch bestimmten Herachien unterwerfe. Weder der Wehrleiter noch sein Stellvertreter hätten eine solche geforderte Ausbildung.
„Ihr unterstellt uns also, dass alles, was in den letzten 13 Jahren gelaufen ist, nicht Ordnung war?“ Edgar Ebert sprach von verletztem Ehrgefühl. Er sei in die Wehr eingetreten, nicht aus Überzeugung, sondern weil er die Notwendigkeit eingesehen habe. Er sei Truppmann und eine zusätzliche Ausbildung komme für ihn nicht mehr in Frage. Dann höre er lieber auf. Auch Andreas Stern weigerte sich. Mit 47 Jahren fange er das nicht mehr an. Er glaube nicht, dass jemand anderes dazu bereit wäre. Schließlich seien sie alle jenseits der 40. „Wenn ihr wollt, sprecht mit den Kameraden. Freitag treffen wir uns, dann sind die meisten da.“
Rieger bot an, solche Gespräche zu führen. Man brauche die kleinen Wehren im Dorf, der Brandschutz muss in den Gemeinden bleiben, sei kommunale Pflichtaufgabe. Sollte die Camminer Feuerwehr aufgeben, ist es an Bürgermeisterin Annett Stern sich um den Brandschutz zu kümmern. Möglich wäre auch eine Pflichtwehr. Mit Blick auf die schon geplante Fusion sagte sie: „Dann müssen wir eben mit Burg Stargard einen Vertrag abschließen.“ Ob es dazu kommt, blieb nach dem Gespräch offen.

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b. gudat@nordkurier.de

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