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Braunschweiger lernen Tützpatz kennen und lieben

Hildburg Carstens (sitzend) zeigt ihren Gästen, wie Japzow vor über 70 Jahren aussah. Die Hamburgerin fand dort nach den Bombenangriffen auf ihre Heimatstadt bei ihrem Großvater Unterschlupf.[KT_CREDIT] FOTO: S. Moll
Hildburg Carstens (sitzend) zeigt ihren Gästen, wie Japzow vor über 70 Jahren aussah. Die Hamburgerin fand dort nach den Bombenangriffen auf ihre Heimatstadt bei ihrem Großvater Unterschlupf.[KT_CREDIT] FOTO: S. Moll

VonSusann Moll

Das Modellbaumuseum in Tützpatz bekommt Besuch aus Braunschweig. Einige der Gäste fühlen sich dabei in ihre Kindheit zurückversetzt.

Tützpatz.„Ich habe das Gefühl, dass meine Kindheit dort auf dem Tisch steht“, sagt Margarete Schilling.Sie sei selbst auf dem Land groß geworden. „Wir hatten auch fünf Dorfteiche“, erklärt sie als sie die nachgebildeten Teiche des alten Japzows sieht. Als sie 14 Jahre alt war, wurde ihre Familie jedoch aus ihrem Dorf in Niederschlesien vertrieben. Seitdem wohnt sie in der Großstadt Braunschweig.
Sie und ihr Mann sind Teil der Braunschweiger Reisegruppe, die seit 14 Jahren jeden Sommer nach Warenkommt. Von dort aus schwärmen sie aus, um neue interessante Ecken im gesamten Bundesland zu erkunden.
Dieses Mal sind sie unter anderem zu Besuch in Tützpatz. Aufmerksam schauen sie sich die Nachbildungen der Dörfer Japzow und Tützpatz im Vorpommerschen Modellbaumuseum von Hildburg und Claus Carstens an. Nebenbei lauscht die Gruppe gespannt den Erzählungen der Hausherrin.
Die Hamburgerin Hildburg Carstens berichtet von der Zeit, in der sie durch die Mauer von ihren Großeltern getrennt war. Sie und auch ihr Vater haben damals Sehnsucht nach der Familie und dem kleinen Handwerkerdorf Japzow gehabt.
Mit ihrem Mann Claus Carstens kam sie auf die Idee, den Hof des Großvaters in Miniaturform nachzubauen. Sie setzten ihr Vorhaben in die Tat um und überraschten den Vater von Hildburg Carstens zu Weihnachten. „Er hat sich wahnsinnig gefreut“, erinnert sich die Hamburgerin. Im Anschluss bauten sie weiter, bis nach ungefähr drei Jahren das ganze Dorf stand. Heute präsentieren sie das Modell Japzows aus den 1940ern in der Waldstraße in Tützpatz. Und auch Tützpatz wird gerade nachgebaut. Um es gemeinsam mit Schülern aus dem Ort fertig zustellen, fehlen ihnen allerdings noch Sponsoren.
Den Braunschweigern geht es auf ihren Reisen darum, Land und Leute kennenzulernen. Da sind solch kleine Attraktionen wie das Modellbaumuseum genau das Richtige für sie. Vor 14 Jahren seien sie das erste Mal nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen, um den Osten kennenzulernen, erinnert sich Alfons Kupfer. Er kümmert sich um die Organisation der Reise. Er lobt auch die Reiseleiter-Künste von Inge Jüsgen, die die Neugierigen zu den schönsten Orten führt. „Sie ist einfach die Beste“, schwärmt die Gruppe.

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s.moll@nordkurier.de

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