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Bundestags-Kandidat erntet erste „Streicheleinheiten“

Bundestagskandidat Matthias Lietz (Mitte) berichtete beim Spätschoppen der CDU von seiner Arbeit als Abgeordneter. [KT_CREDIT] FOTO: I. Nehls
Bundestagskandidat Matthias Lietz (Mitte) berichtete beim Spätschoppen der CDU von seiner Arbeit als Abgeordneter. [KT_CREDIT] FOTO: I. Nehls

Von unserem Redaktionsmitglied
Ingmar Nehls

Matthias Lietz nutzt den „Spätschoppen“ der CDU in Neubrandenburg, um sich bei den Christdemokraten der Region vorzustellen. Einen Amtsbonus hat der Bundestagskandidat nur bedingt, denn hier ist der Mann aus Lubmin noch nicht wirklich gut bekannt.

Neubrandenburg.Was macht Matthias Lietz zum besseren Kandidaten? „Er hat eine Legislaturperiode Vorsprung, kann Menschen zusammenführen und polarisiert nicht“, sagt CDU-Stadtverbandsvorsitzender Frank Benischke über den Bundestagsabgeordneten, der sich in der Viertorestadt erst noch einen Namen machen muss.
Auch in der heimischen CDU, die ihn zum Spätschoppen eingeladen hatte. Paul Krüger, Susanne Jaffke, Christoph Poland und jetzt vielleicht Matthias Lietz? Ein Neuzuschnitt der Wahlkreise und ein erfolgreiches Stimmduell gegen Poland haben den Lubminer zum Kandidaten für den Wahlkreis 16 und damit auch für Neubrandenburg gemacht. Aber die Viertorestädter muss er für sich erst noch gewinnen. „Wir wollen ja Multiplikatoren für Sie sein. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass man dazu neigen könnte“, verteilt Hans-Jürgen Schwanke erste „Streicheleinheiten“ an den Bewerber.
Lietz hat alle Ebenen der Politik durchwandert. Der Maschinbauingenieur aus Zittau startete seine politische Karriere in Lubmin als Gemeindevorsteher, war später Bürgermeister, Kreistagsmitglied, Kreistagspräsident, Landtagsabgeordneter und ist jetzt Bundestagsabgeordneter. Vorraussetzung für politisch erfolgreiche Arbeit sei eine gewisse Konstanz, meint Lietz und gibt zu, dass er in seiner bisherigen Zeit als Bundestagsabgeordneter gerade einmal gelernt habe, wie der Laden funktioniert.
Neben Angela Merkel gibt es mit Eckhardt Rehberg nur einen Unionsabgeordneten aus dem Land, der mehr als eine Legislaturperiode auf dem Buckel hat. Diese fehlende Konstanz sei gerade im Vergleich zu süddeutschen Bundesländern ein großer Nachteil, meint Lietz und kritisiert, dass es parteiübergreifend in der Berliner Landesvertretung kaum ein „Wir-Gefühl“ gäbe. „Die Landesvertretung sollte eigentlich ein Sammelpunkt sein. Wir haben uns da aber nie getroffen. Das ist bei anderen Bundesländern ganz anders“, erzählte der 60-Jährige.
Im Bundestag ist Matthias Lietz Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sowie im Ausschuss für Angelegenheiten der Europäischen Union. Die Ortsumgehung von Neubrandenburg ist also ein Projekt, auf dass er Einfluss nehmen kann. Zu diesem Thema teilt Lietz zunächst erst einmal heftige Kritik an die Landesregierung aus. „Es kann nicht sein, dass ein Vertreter des Landes in Mirow steht und dort sagt, dass die Ortsumgehung auf Position eins ist und danach in Wolgast das gleiche sagt. Das Land muss Prioritäten festlegen und die müssen dann auch gelten. Dann muss man auch bereit sein, die Prügel einzustecken“, sagte Lietz. Aus seiner Erfahrung als Lokalpolitiker wisse er auch, dass man fürs Sparen kein Lob bekommt. „Man kann aber nur das Geld ausgeben, was man hat.“
Derzeit ist Matthias Lietz auf Tour in der Region, besucht Vereine, Verwaltungen und Institutionen. Frank Benischke sichert ihm vor Ort Unterstützung beim Wahlkampf zu. Die Sachlichkeit und die Professionalität seien die großen Stärken des Kandidaten, meint Frank Benischke.

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i.nehls@nordkurier.de

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