
| Mittelalter beim Burgfest in Burg Stargard |
von Anke Brauns
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„Scheiße, ich hab’ Sand in der Unterhose“, flucht der kräftige Mann, während er sich hochrappelt. „Dann musst du sie ausschütteln“, könnte man ihm zurufen. Das jedoch ist nicht so einfach, wenn der Mann samt Unterhose in einer Rüstung steckt. Sand im Getriebe und Schweiß in Strömen unter der unermüdlich scheinenden Sonne – die Ritter auf der Burg Stargard gaben am Wochenende wieder alles fürs Volk. Und nicht nur sie. Die Mitglieder und Unterstützer des Burgvereins haben in monatelangen Vorbereitungen dafür gesorgt, dass auch beim 20. Burgfest alle Besucher auf ihre Kosten kommen. Tausende folgten ihrer Einladung zum „schönsten Mittelalter unserer Zeit“ mit „Minne, Markt und Ritterkampf“.
Burgvereinsvorsitzender Ulf Käming hat keine Angst, dass sich das traditionsreiche Fest irgendwann totläuft. „Wir bemühen uns immer um eine hohe Qualität des Programms. Die Gaukler und Musiker sind Extraklasse und kommen jedes Jahr gern hierher“, sagte er. Wenn man in der Qualität nicht nachlasse, müsse dem Verein auch nicht bange sein, dass ihm irgendwann die Burgfest-Besucher ausbleiben. Zudem versuche man, jedes Jahr eine neue Geschichte zu erzählen, sagte er. Diesmal hatten sich die Geschichtenschreiber unter dem Titel „Schwertgesang und Pestilenz“ wieder Dramatisches und Lustiges ausgedacht und siedelten es im Jahr 1348 an.
Auch "adliges Volk" aus benachbarten und fernen Burgen zu Gast
Nicht nur reichlich „gemeines Volk“ strömte auf die Burg. Auch Gäste von den Burgen Penzlin und Neustadt/ Glewe und sogar „aus dem fernen Königreich Dänemark“ reisten an und huldigten Herzog Johann von Mecklenburg-Stargard. Dabei gab’s allerdings auch eine Beschwerde des Penzliner Burggrafen, der all die Jahre mit seiner Kalesche bis vors Burgtor fahren konnte, wie er erzählte. Nun sei er zum ersten Mal seit 20 Jahren am Fußes des Burgberges aufgehalten worden und habe an „Raubesgesindel in blauen Rüstungen einen Taler bezahlen müssen“. Die Parkgebühren, so sickerte durch, fließen in den Rettungsschirm für die Burg, vielleicht aber auch in den Euro-Rettungsschirm.
Das Wetter zeigte sich wie bestellt zum Jubiläum. Dicht an dicht schoben sich die Gäste durch Vor- und Hauptburg, Ritterlager, Kraut- und Wurzgarten. In dem Bereich gab’s vor allem für den Nachwuchs Spiel, Spaß, Märchen und Hexerei. Viele der kleinen Gäste überredeten ihre Eltern zum Kauf von Schwertern und Schilden und lieferten sich Mini-Ritterkämpfe. Wer wollte konnte sich den Bauch vollschlagen mit allerlei deftigen Leckereien, und an vielen Marktständen seinen Geldbeutel leeren. Wer wollte, konnte aber auch was dazulernen, zum Beispiel übers Schmieden, Drechseln oder Teersieden.

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