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Bye-bye Ponader: Piraten suchen Weg aus der Krise

Ein Anhänger der Piraten- partei hält einen Wahlzettel in die Höhe.  FOTO: Armin Weigel
Ein Anhänger der Piraten- partei hält einen Wahlzettel in die Höhe. FOTO: Armin Weigel

Neumarkt.Er hat die Sandalen an. Johannes Ponader schlurft, mit zwei Rucksäcken auf den Schultern, am Mittag lächelnd in die Jura-Hallen in Neumarkt. Es sind jene Öko-Treter mit Klettverschluss, die ihn im Fernsehen berühmt-berüchtigt machten. Als der „Sündenbock“ später zum vorerst letzten Mal die große Piraten-Bühne betritt, hat er doch lieber schwarze Lederstiefel angezogen. Ponader geht gleich auf seine Kritiker zu. Er habe oft die Ansprüche nicht erfüllen können. Dafür bittet er um Entschuldigung. Doch verbiegen lassen sollte sich kein Pirat. „Unser Einzug in Parlamente ist nur dann ein Gewinn, wenn wir auf dem Weg dorthin nicht unsere Ideale auf der Strecke lassen müssen“, sagt Ponader in seiner emotionalen Rede.
Die Tränen kommen ihm, als er an einen verstorbenen Piraten mit der Mitgliedsnummer 499 erinnert. Zum Abschluss bekommt Ponader, der freischaffende Künstler aus Berlin, viel Applaus und einen Blumenstrauß. Es ist ein deutliches Zeichen, dass die Piraten ihm seine schrägen Alleingänge und Streitereien im Vorstand doch verzeihen können. Viel ist von Ponaders Jahr als politischer Manager tatsächlich nicht hängengeblieben. Dem 36-Jährigen allein den Niedergang von 13 auf 2 Prozent Zustimmung in die Schuhe zu schieben, wäre aber zu billig. Für die Krise verantwortlich sind vor allem ungelöste Strukturprobleme. Mit aller Macht halten Mitglieder und Unterstützer die Fahne der Basisdemokratie hoch, auch wenn das Schiff längst in bedrohlicher Schieflage ist.
Als neue Parteimanagerin der Piratenist die 26-jährige Katharina Nocun gewählt worden. Die Studentin aus Osnabrück (Niedersachsen) wurde mit 81,7 Prozent zur Nachfolgerin von Johannes Ponader gewählt. Nocun will für den Einzug in den Bundestag kämpfen: „Wir müssen als Team verdammt noch mal zusammenarbeiten, die anderen vor uns hertreiben, denn sie haben es verdient.“ Die Datenschutz-Expertin t kandidiert in Niedersachsen auf Listenplatz 2 für den Bundestag.

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