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Computer statt Zettelwirtschaft: Karten wandern auf die Festplatten

VonTobias Lemke

Noch arbeitet der Wasser- und Bodenverband zur Verwaltung aller Gräben, Rohrleitungen und Schöpf- werke mit Plänen auf Papier. Das soll sich nun ändern.

Seenplatte.Die Digitalisierung des kompletten Kartenmaterials beschäftigt in nächster Zeit den Wasser- und Bodenverband Obere Havel/Obere Tollense. Darauf liege aktuell ein Schwerpunkt der Arbeit, erklärt Thomas Müller, der seit Kurzem den Posten als Verbandsvorsteher übernommen hat.
Die Mitglieder im Wasser- und Bodenverband hatten Müller, der zugleich Amtsvorsteher in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte (Mirow/Wesenberg) ist, bei der jüngsten Verbandsversammlung gewählt. Sein Vorgänger Bernd Vollmer ist aus Altersgründen ausgeschieden. „Als ehemaliger Landwirt denke ich, dass ich dicht dran bin an den Problemen“, sieht sich Müller gut gewappnet fürs neue Amt. Zudem hatte der Babker bereits viele Jahre als Vorstandsmitglied die Geschicke im Verband mitbestimmt.
Mit rund 185000 Hektar stellt der Wasser- und Bodenverband Obere Havel/Obere Tollense den größten Gemeindeverbund zur Gewässerunterhaltung in Mecklenburg-Vorpommern dar. Zwischen Mirow, Feldberg und Woldegk sowie von Neubrandenburg über Penzlin bis Neustrelitz ist der Verband für die Wassergräben, Entwässerungsleitungen sowie Schöpf- und Stauwerke verantwortlich. Dabei liege das Hauptaugenmerk auf der Erhaltung der bestehenden Anlagen. „Wir haben noch viele Rohrleitungen, die zwischen 50 und 70 Jahre alt sind“, berichtet Geschäftsführerin Anke Kloth, dass weniger Neubauten, sondern größtenteils Ersatzinvestitionen vorgenommen werden. Ein Anstieg von Extremwetterlagen wie im regenreichen Sommer 2011 bekomme der Wasser- und Bodenverband direkt zu spüren. Überflutete Flächen ließen sich dann zumeist nicht vermeiden. „Wir können nicht alle Leitungen auf extreme Wetterlagen ausrichten, dann würden die Beiträge ins Unermessliche steigen“, so Kloth.
Dennoch – um für solche Fälle und für weitere Aufgaben gut gerüstet zu sein, sei die Übertragung aller Karten von der Papierform in die digitale Form zur Nutzung am Computer dringend erforderlich. „Mit der entsprechenden EDV vermeiden wir unnötige Wege, was bei unserem großen Verbandsgebiet wichtig ist. Da kann man eben nicht jeden einzelnen Graben abfahren“, sagt Müller. Die Datenerfassung für die neuen digitalen Karten erfolge nun parallel zur Arbeit vor Ort, etwa bei der Entkrautung der Wassergräben.

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t.lemke@nordkurier.de

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