Nordkurier.de

Der Indianerstamm der „Sonnenblumen“

Das Indianerfest der Kinder vom „Kinderhaus am Oberbach“ war zugleich Abschluss eines Studenten-Projekts. [KT_CREDIT] FOTOs: Ch. resske
Das Indianerfest der Kinder vom „Kinderhaus am Oberbach“ war zugleich Abschluss eines Studenten-Projekts. [KT_CREDIT] FOTOs: Ch. resske

VonCharlott Resske

Die Kinder vom „Kinderhaus am Oberbach“ haben gemeinsam mit Studentinnen der Hochschule Neubrandenburg ein Indianerfest gefeiert – der Abschluss eines langen Projektes.

Neubrandenburg.„Ich heiße Schnelle Schildkröte“, sagt die 5-jährige Fine stolz und rückt sich die Feder auf dem Kopf zurecht. Den Namen hat sie sich selber gegeben, denn sie gehört zum Indianerstamm der „Sonnenblumen“. Gemeinsam singen sie, tanzen im Kreis, essen am selbst gebastelten Lagerfeuer, schießen mit dem Bogen, verstecken sich in den Tipis und nennen sich natürlich nur bei ihren neuen Indianernamen. Die Sonne scheint – die Kinder haben Spaß.
Schon seit vier Wochen beschäftigt sich die Kindergartengruppe „Sonnenblumen“ der Kita „Oberbach“ mit den Indianern. Das haben sie vier Studentinnen der Hochschule Neubrandenburg zu verdanken. Im Rahmen des „Early Education“ Studiums haben Anna Luisa Maltzahn, Isabell Erler, Marion Misdalski und Anna Brust das Projekt für die Kinder geplant und anschließend mit ihnen durchgeführt.
Das Thema haben die Kinder dabei ganz alleine bestimmt. „Am Anfang gab es eine von der Erzieherin organisierte Kinderkonferenz. Da wurden alle Themenvorschläge der Kinder gesammelt. Danach hat sich die Gruppe demokratisch für eines entschieden“, erklärt Marion Misdalski. „Und das waren die Indianer“, ergänzt sie.
Ziel war es den Kindern nicht einfach ein Projekt aufzuzwingen, sondern ihre Wünsche zu hören – die Rolle der Kinder soll ernst genommen werden.
In vier kleinen Teilprojekten haben die Studentinnen mit den Kindern ein Indianerlied eingeübt, Kopfschmuck gebastelt, Pfeil und Bogen gebaut und über Indianerrituale gesprochen.
Nun findet das große „Erlebnisfinale“, wie es die vier nennen, statt. Auf einer Wiese nahe der Hochschule ist ein Indianerdorf aufgebaut. Viele kleine Indianer wohnen und spielen hier heute. „Mir macht es besonders Spaß mal barfuß rumzulaufen. Das Verkleiden ist aber auch schön“, sagt der kleine Sascha. Leif und Fine gefällt es, gemeinsam mit ihren Freunden am „Feuer“ zu essen.
Dr. Mandy Fuchs ist die Dozentin der Studierenden im Seminar „Entwicklungsfördernde vernetzte Projektarbeit“. Auf ihre Initiative hin ist das Projekt entstanden. „Ich freue mich, dass die vier direkt mit Kindern gearbeitet haben. Es ist auch schön zu sehen, wie sie diese in den Arbeitsprozess miteinbezogen haben“, sagt die Professorin.
Dann ist die Zeit auch schon wieder vorbei. Aus dem Indianerdorf geht es zurück in den Kindergarten. „Es war interessant zu sehen, wie Kinder von Kindern lernen“, erklärt Anna Brust. „Zum Beispiel beim Bogenschießen“, ergänzt sie. „Das Ganze war für uns eine Herausforderung und gleichzeitig eine Chance, viel zu lernen“, sagt Isabell Erler rückblickend. Ohne die Unterstützung der Kita und der Hochschule wäre das alles gar nicht möglich gewesen. „Aber auch unsere Kommilitonen haben bei der Durchführung heute fleißig geholfen“, erzählt Anna Luisa Maltzahn. Ebenso zufrieden ist die Erzieherin der Kindergartengruppe: „Es war alles super organisiert und die Kinder sind begeistert.“

Kontakt zur Autorin
red-neubrandenburg@nordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×