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Der Kreis bleibt hart: Keine Radar-Warnung

Von unserem Redaktionsmitglied
Thoralf Plath

Wer zu schnell fährt, soll dafür blechen, findet man im Kreisordnungsamt. Nur Sanktionen brächten Raser zur Räson. Wirklich? Aus Sicht der ehrenamtlichen Verkehrswacht sind Warnungen vor den stationären Radarfallen durchaus sinnvoll.

Neubrandenburg.Vor den stationären Blitzern im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte und somit auch in der Stadt Neubrandenburg werden auch in Zukunft keine Schilder warnen. Kreisordnungsamtschef Rainer Plötz erteilt solchen Ideen eine deutliche Absage. Ginge es nach ihm, würden sogar Hinweise in Radio und Zeitungen abgeschafft, von den Apps fürs Handy und Radarwarnern in Navigations-Geräten ganz zu schweigen.
„Wir brauchen einen wirksamen Flächendruck in der Geschwindigkeitskontrolle“, sagt er in Reaktion auf die jüngste Forderung des ADAC, auf stationäre Blitzer mit Achtungsschildern hinzuweisen, wie sie etwa in Polen und Schweden üblich sind. Plötz hält davon gar nichts. „Jede Vorwarnung ist kontraproduktiv.“
Er beruft sich auf die Erfahrungen der kreislichen Blitzer: „Man sieht das doch, wie das mit diesen Warnungen läuft. Die Autofahrer bremsen kurz ab, nach der Messung wird wieder Gas gegeben.“ Mit den Starenkästen sei das genau so.
Stellte man da noch Warnschilder auf, verpuffte ein Großteil der sanktionierenden Wirkung auf Raser, so Plötz.
Vom Grundsatz her stimmt Torsten Dowe, Vize bei der Kreisverkehrswacht, dem Behördenchef sogar zu. Eine gewisses Maß an Strafe und Kontrolldruck müsse sein auf der Straße, sagt er.
Andererseits spreche das nicht gegen die Warnschilder vor Radarkästen: „Sie signalisieren, dass kontrolliert wird. Dass dieser Gedanke möglichst oft beim Autofahrer ankommt, dagegen ist nichts einzuwenden.“ Technisch hätten sich solche Schilder allerdings mehr oder weniger überholt, seit die meisten Navigationsgeräte und Handy-Apps vor Blitzern warnten, sagt er: „Das ist zwar rechtlich eine Grauzone, aber wer will das kontrollieren?“
Darum bricht auch Verkehrswacht-Mann Torsten Dowe, von Beruf Polizist, eine Lanze für die Radarkontrollen an sich. Dass sie nur zum Geldverdienen aufgestellt werden, sei völliger Unfug, sagt er. „Unterm Strich verdient man damit kaum Geld, wenn man die Kosten mal gegenrechnet. Untersuchungen zeigen, dass aber gerade die stationären Kästen helfen, Unfallbereiche zu entschärfen.“

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