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Der kurze Weg zum Bäcker ist für Behinderte unmöglich

Gehbehinderte und Rollifahrer kämpfen in der Ihlenfelder Vorstadt mit mancherlei Hürden. [KT_CREDIT] FOTO:khe
Gehbehinderte und Rollifahrer kämpfen in der Ihlenfelder Vorstadt mit mancherlei Hürden. [KT_CREDIT] FOTO:khe

VonKarl-Heinz Engel

Wer in der Ihlenfelder Vorstadt auf einen Rolli angewiesen ist, muss mit der Tücke hoher Bordstein-
kanten und holpriger Pflastersteine rechnen.

Neubrandenburg.Auf Verkehrsplaner kann in den nächsten Jahres einiges zukommen. Alte Wohngebiete wie Vogelviertel und Ihlenfelder Vorstadt weisen nämlich keineswegs eine behinderten- und altengerechte Verkehrsinfrastruktur auf. Das wurde bei einer Begehung deutlich, wenngleich Stadt und Großvermieter in der Vergangenheit viele Barriere abgebaut haben.
Eingeladen hatte das Projekt „Bürgersteig“ der DEKRA. Mit von der Partie waren Behindertenverband, Quartiersmanagement, SIM sowie Neuwoges und Neuwoba. Allein im Karree Rühlower, Cölpiner und Burgholzstraße tun sich acht für Rollis tückische Passagen auf, von holprigem Kopfsteinpflaster und versetzten Betonplatten abgesehen. Die Fugenstöße machen besonders Menschen mit schweren Rückenschäden zu schaffen.
Äußerst problematisch ist es aber, die Verbindung zwischen Burgholzstraße und Sponholzer Straße zu nehmen. Selbst Sylke Ney, eine versierte Rollstuhlfahrerin, die sich als Testerin zur Verfügung stellte, hatte alle Mühe, die Stufe zu meistern. „Die Schräge Richtung Radweg ist zudem so steil, dass Gehandicapte davor gewarnt werden müssen“, sagt Markus Vohs vom Behindertenverband. Vom Brötchenholen beim gegenüberliegenden Bäcker sei deshalb abzuraten. Doch auch wer das im Netto-Markt erledigen möchte, steht plötzlich vor einer hohen Bordsteinkante an der Burgholzstraße 50. Die Distanz bis zur nächsten Gehwegabsenkung beträgt etwa 300 Meter. „Ortsunkundige suchen eine Ewigkeit“, machte Projektkoordinator Gunther Koch deutlich. Er und sein Kollege Bernhard Haase hatten mit dem Quartiersmanagement Beschwerden von Betroffenen entgegen genommen. Es würden eben zunehmend ältere Menschen im Viertel leben, hieß es. Rita Reichert von Neuwoges, Axel Fischer von Neuwoba und Eckhard Voigt vom SIM wollen die Änderungswünsche in ihren Betrieben vorstellen. Das eine oder andere soll kurzfristig geändert werden.
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