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Der Nachwuchs will beschäftigt werden

Die Bartower Jugendfeuerwehr führt beim Kindertagsfest einem Löschangriff vor.  FOTO: A. Buth
Die Bartower Jugendfeuerwehr führt beim Kindertagsfest einem Löschangriff vor. FOTO: A. Buth

VonSusann Moll

Den Freiwilligen Feuerwehren im Kreis gehen die Mitglieder aus. Um mehr Jugendliche für das Ehrenamt zu begeistern, starten sie einen Event-Tag.

Altentreptow.Ein Haus steht in Flammen, die Sirene heult. Doch kein Löschzug weit und breit. Die Freiwilligen Feuerwehren in der Umgebung mussten sich auflösen, da einfach die aktiven Mitglieder fehlten. Bis das Einsatzfahrzeug der nächsten Berufsfeuerwehr vor Ort ist, liegt das brennende Haus bereits in Schutt und Asche.
Damit dieses Szenario nicht irgendwann zur Wirklichkeit wird, engagieren sich viele Feuerwehren des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte in der Nachwuchsförderung. So unterhalten 129 Wehren eine eigene Jugendtruppe. Um über die Tätigkeit einer Jugendfeuerwehr zu informieren und auch um interessierte junge Leute anzulocken, veranstaltet die Kreisjugendfeuerwehr gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Altentreptow am Samstag auf dem Marktplatzfest einen Event-Tag.
Meist sei die Feuerwehrarbeit nur ein Thema unter vielen bei den Nachwuchswehren, erklärt Kreisjugendwart René Giese. Viele Jugendwarte bieten ihren Schützlingen auch andere Aktivitäten. Sie treiben gemeinsam Sport, machen Ausflüge oder fahren ins Zeltlager. Und genau das sei wichtig bei der Jugendarbeit. „Wo der Jugendwart aktiv ist, kommen die Kinder häufig auch noch aus anderen Dörfern in die Jugendfeuerwehr“, sagt René Giese. Die Kinder kämen dann nicht selten auch aus Gemeinden, in denen die Jugendfeuerwehr zuvor wegen der geringen Mitgliederzahl aufgegeben wurde. Die Truppe stehe und falle also mit dem Engagement der Betreuer.
Die Beweggründe, aus denen Kinder und Jugendliche in die Feuerwehr eintreten, seien vielfältig. Die einen interessieren sich sehr für die Technik, die anderen lockt eher das Miteinander. Und: „Gerade bei uns der Region gibt es ja auch einige Familien mit einer schwierigen finanziellen Situation“, sagt der Kreisjugendwart. Auch diese Kinder bekämen in der Feuerwehr die Gelegenheit, etwas zu erleben, ohne teure Trainingsanzüge bezahlen zu müssen. Genauso wichtig sei es aber ein Ohr für die Vorschläge der Kinder und Jugendlichen zu haben.
Auf kreislicher Ebene hat der Feuerwehrverband deshalb ein Jugendforum gegründet. Dort treffen sich viermal im Jahr jeweils zwei Jugendliche aus jedem Amtsbereich und beraten sich zu Themen, die ihnen wichtig sind. Anschließend stellen sie ihre Ergebnisse und Sorgen dem Kreisfeuerwehrverband vor. „Auch der Event-Tag wurde teilweise dort geplant“, erklärt René Giese.
Doch alle Mühen mit der Jugendarbeit nützten nichts, wenn die Jugendlichen irgendwann gen Westen ziehen, sagt er weiter. Ein Teil der Jugendmannschaften tritt eigentlich immer der aktiven Truppe bei. „Viele machen noch die Grundausbildung mit, suchen sich dann aber Arbeit in den alten Bundesländern“, so Giese. Quereinsteiger gebe es zudem kaum. Erwachsene seien schwer dafür zu begeistern, ehrenamtlich etwas zu tun. „Den Kindern kriegen wir noch beigebracht, wie wichtig das ist“, sagt der Jugendwart René Giese.

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