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Die Karriereleiter hinauf

Britta Lorenz (Mitte) verschob sogar ihre Geburtstagsfeier, um bei der Ehrung ihres Lehrbetriebs durch Staatssekretär Stefan Rudolph (r.) mit Ausbildungsleiter Fred Kretschmann (l.) und Personalleiter Nix (2. v. r.) in der Industrie- und Handelskammer (IHK) dabei zu sein. [KT_CREDIT] FOTO: P. Jasmer
Britta Lorenz (Mitte) verschob sogar ihre Geburtstagsfeier, um bei der Ehrung ihres Lehrbetriebs durch Staatssekretär Stefan Rudolph (r.) mit Ausbildungsleiter Fred Kretschmann (l.) und Personalleiter Nix (2. v. r.) in der Industrie- und Handelskammer (IHK) dabei zu sein. [KT_CREDIT] FOTO: P. Jasmer

VonPaulina Jasmer

Britta Lorenz will hoch hinaus und eines Tages Lidl-Filialleiterin werden. Doch zunächst beendet sie ihre Ausbildung im Markt in der Neubrandenburger Oststadt und freut sich auf Ausfahrten im ersten Auto.

Neubrandenburg.Auf den Tag genau 18 Jahre alt ist Britta Lorenz geworden. Daheim wartet ein Auto auf sie. Von der Familie geschenkt. Dass es ein gebrauchter ist, macht nichts und die Fahrerlaubnis ist auch zum Greifen nah.
Doch trotz ihres Ehrentages und ihrer Kaffeegäste ist sie zum IHK-Gebäude in die Katharinenstraße gekommen. Denn ihr Arbeitgeber, die Lidl Vertriebs GmbH & Co. KG, wird als einer der besten Ausbildungsbetriebe der IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Neben der Supermarktkette erhalten noch 13 weitere Unternehmen diese Ehrung. Walter Kienast, Vize-Präsident der IHK Neubrandenburg, und Stefan Rudolph (CDU), Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus, sind die Überbringer der Urkunden, Blumen und Glückwünsche.
Für Britta, die eigentlich aus Groß Nemerow kommt, ist die Würdigung gar nicht so außergewöhnlich, denn dass sie es in ihrem Betreib gut hat, weiß sie. „Jeden Tag passiert etwas Neues“, sagt die Auszubildende zur Verkäuferin für Lebensmittel im zweiten Lehrjahr. Und das schätzt sie. In der Kruseshofer Straße in der Oststadt sitzt sie an der Kasse, räumt Regale ein oder platziert Obst und Gemüse in der Auslage. Damit alles ordentlich aussieht, fängt Britta oft früh an, damit Paletten den Kunden nicht den Weg versperren. Das sei nicht einfach, auch die Ansprüche in der Berufsschule in Neubrandenburg seien hoch. Aber das habe sie gewusst.
Ihr Chef, Ausbildungsleiter Fred Kretschmann, sagt, dass „wir den Auszubildenden reinen Wein einschenken“ und sie über die Branche aufklären. Man müsse schon beißen und kämpfen, aber letztlich würde der Konzern jungen Nachwuchskräften bei entsprechender Eignung den Weg sogar bis in die Führungsetage ebnen. Und das soll jetzt auch mit Britta passieren. Das Ziel: Sie will irgendwann Filialleiterin werden. Ihr Arbeitgeber will sie dabei nach Kräften unterstützen.
Und es seien gerade die Bedingungen, die Arbeitgeber ihren Schützlingen bieten, die ein Unternehmen zu einem TOP-Ausbildungsbetrieb machen können, verdeutlicht Walter Kienast. Für ihn gehören qualifiziertes und engagiertes Ausbildungspersonal, eine optimale inhaltliche und organisatorische Umsetzung der Lehre in geeigneten Ausbildungsstätten und natürlich auch die enge Kooperation mit der Berufsschule dazu. Wichtig sei außerdem, ob Azubis Zusatzqualifikationen in ihren Unternehmen erwerben könnten und ob ihnen eine individuelle Förderung zukomme. Darüber hinaus seien letztlich auch die Prüfungsergebnisse wichtig. Die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern gehöre zu den Kammern, die die strengsten Anforderungen an die Unternehmen stellt, ist sich Kienast sicher.
Für Britta Lorenz kann es also hoch hinaus gehen in ihrer Branche. Ihr Arbeitgeber will ihr dabei helfen, schließlich erfüllt er die Bedingungen für einen TOP-Ausbildungsbetrieb. Doch dies ist zunächst Zukunftsmusik. Denn für die frisch gebackenen Waffeln, die im Anschluss an die Gäste verteilt werden, hat die 18-Jährige kein richtiges Auge mehr. Zu Hause warten doch die Geburtstagsgäste – und natürlich ihr erstes eigenes Auto.

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p.jasmer@nordkurier.de

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