Februar 22, 2012
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Brauchtum von Redaktion

Durch Fasten Zeit gewinnen für Neues

Johannes Zehe: „Das Fastenopfer sollte etwas sein, was man spürt, aber auch durchhalten kann.“  FOTO: Josephine Templer
Johannes Zehe: „Das Fastenopfer sollte etwas sein, was man spürt, aber auch durchhalten kann.“ FOTO: Josephine Templer
Von unserer Mitarbeiterin
Josephine Templer

Mit dem Fasten sollen Christen wieder mehr zu Gott finden.
Doch den Verzicht üben in der Fastenzeit zunehmend auch Menschen ohne christlichen Hintergrund.

Neubrandenburg.Heute, am Aschermittwoch, beginnt in den christlichen Gemeinden die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Durch diese Zeit des Verzichts auf Alltägliches sollen die Menschen sich auf das Wesentliche konzentrieren und sich neu auf Gott einstellen, erklärt Johannes Zehe das Ansinnen dieser Zeit. „Durch das Fasten wird Raum frei in dem sich der Blick auf Gott öffnen kann“, sagt derPfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Josef - St. Lukas.Man solle im Gebetsleben wachsen und beichten gehen.
Die Umkehr zu Gott spielt in der Fastenzeit eine entscheidende Rolle, aber auch die Solidarität. „Während dieser Zeit öffnet sich auch der Blick auf andere Menschen, die weniger haben und denen man helfen kann“, erklärt Johannes Zehe. So sammelt auch seine katholische Gemeinde Spenden für das Bischöfliche Hilfswerk Misereor. Dieses bietet Hilfe und Unterstützung in armen Ländern.  Fasten hat eine lange Tradition im gesamten religiösen Bereich. Speziell bei den Christen sind es biblische Bezüge, wobei die Zahl 40eine besondere Rolle spielt: „40 Jahre wanderte das jüdische Volk nach Jerusalem, und Jesus fastete 40 Tage vor seinem öffentlichen Wirken“, berichtet Zehe von der Bedeutung dieser Zahl.
Das Fastenopfer wird frei gewählt. So verzichten viele beispielsweise auf Alkohol oder aufs Rauchen, Kinder essen weniger Süßigkeiten. Vordergründig hat Fasten etwas mit Essen zu tun, aber man könne sich beispielsweise auch um seinen Nachbarn kümmern, der Hilfe braucht.  „Das Fastenopfer sollte etwas sein, was man spürt, aber auch durchhalten kann“, sagt Johannes Zehe.
Während der Fastenzeit sind so auch Aktivitäten in der Gemeinde wie der Gottesdienst im Zeichen der Umkehr oder das gemeinsame Essen der Fastensuppe geplant. Besonders im Blick stehen die Kreuzwegandachten, die den Leidensweg Christi bedenken.
Fasten könne fast jeder, aber es gebe bestimmte Altersgrenzen und auch medizinische Gründe oder Altersgründe, weshalb die Teilnahme am Fasten nicht möglich sei, weiß Johannes Zehe. „Niemand wird gezwungen zu fasten, aber wenn ich zu einer Gemeinschaft gehöre, lebe ich eigentlich auch in dieser Gemeinschaft mit“, meint Zehe und nennt ein simples Beispiel: „Wenn ich im Fußballverein spiele, muss ich auch zu den Spielen gehen.“
Das Fasten unter Atheisten wird auch immer beliebter. Das findet Johannes Zehe aber völlig in Ordnung. „Das außerkirchliche Fasten hat aber eher den gesundheitlichen Aspekt. Deshalb muss man das vom eigentlichen Fasten unterscheiden, bei dem es um die Umkehr zu  Gott geht. Aber wenn jemand gerne fasten möchte, kann man ihm das nicht verbieten, und warum denn nicht?“ , fragt Johannes Zehe, der selber aufs Fernsehen verzichtet. „Da freue ich mich das ganze Jahr drauf“, lacht der Pfarrer.
Er schaue zwar nicht übermäßig viel fern, aber dadurch würde Zeit offen für Neues. „Ich bin ganz traurig wenn ich Ostern wieder fernsehschauen muss“, berichtet Zehe mit einem Zwinkern.
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