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Endlich wieder nur eines im Sinn: Sport, Sport, Sport

Die Step-Aerobic-Sportlerinnen des Hochschulsportvereins Neubrandenburg eröffneten den Festakt zur Wiedereröffnung der Turnhalle Binsenwerder zünftig. [KT_CREDIT] FOTOS: P. Jasmer
Die Step-Aerobic-Sportlerinnen des Hochschulsportvereins Neubrandenburg eröffneten den Festakt zur Wiedereröffnung der Turnhalle Binsenwerder zünftig. [KT_CREDIT] FOTOS: P. Jasmer

VonPaulina Jasmer

13 lange Monate Wartezeit liegen hinter Sportlern, Bauarbeitern und Politikern: Mit einer kurzen Verzögerung kann nun in der Turnhalle Binsenwerder wieder der Sport groß geschrieben werden.

Neubrandenburg.Lara, Klara und Erin müssen endlich nicht mehr so genau hinhören, was der Trainer sagt. Aber nur, wenn er die Ansage macht, wo denn das nächste Training des SV Fortuna Neubrandenburg stattfindet. Denn: Die Elfjährigen mussten ihren Müttern diese Informationen immer ausrichten, damit die Eltern wussten, wo sie die Mädels zum Training hinbringen sollten.
Im Zuge der Umbauarbeiten an Neubrandenburgs einziger Vierfelder-Halle musste auch der Handball-Nachwuchs den Baumaschinen weichen und in der Stadthalle oder in der Adlerstraße trainieren. Aber dieses Hin und Her hat nun ein Ende: Die Sporthalle Binsenwerder ist nach 13-monatiger Bauzeit wieder für Schulen und Vereine geöffnet.
Ein Segen, wie die Mütter der drei Mädels meinen. Zwar sei die Halle weiter weg, aber „es ist doch schön, wenn man nur noch einen Standort hat und außerdem sieht die Halle jetzt toll aus“, lobt Simone Alwast. Insbesondere die sanitären Anlagen und die Umkleidekabine haben es den Müttern angetan – „die sind genial“, schätzen auch Britta Zinke und Anja Bergstein ein.
Oberbürgermeister Paul Krüger (CDU) kann dem nur beipflichten. Und: Er freue sich auf die Gastmannschaften aus anderen Städten, dass man ihnen jetzt einen solchen Komfort in der Halle bieten könne. Dass die vergangenen Monate bei allen Beteiligten viel Engagement gefordert und manchmal auch Stress und Zähneknirschen verusacht hätten, sei ihm bewusst, aber die Baumaßnahmen seien dringend notwendig gewesen. „Verordnungen des Brandschutzes beispielsweise oder der Energieeffezienz konnten nicht mehr eingehalten werden“, erklärt er das Vier-Millionen-Euro-Projekt nahe der Hochschule Neubrandenburg.
Ende der 1980er-Jahre ist die Halle einst erbaut worden, war damals noch Eigentum der Hochschule gewesen und ging später dann in die Hände der Stadt über. Doch nach vielen Jahren des intensiven Sports musste der Bau seinem Alter Tribut zollen, und Modernisierung und Umbau waren unausweichlich.
Cordula Gattig war mit ihrem Architekturbüro damit beauftragt worden (der Nordkurier berichtete). Die meisten Baufirmen seien aus Neubrandenburg selbst, aus der Umgebung und nur ganz wenige aus der Ferne gekommen, loben OB Paul Krüger und die Architektin. Mit Christa Fitzer vom Städtischen Immobilienmangement (SIM) war Cordula Gattig für das Projekt verantwortlich. „Zwei Frauen also“, wie Cordula Gattig betont. Das mag für viele überraschend gewesen sein, behauptet sie. Denn die Braubranche sei doch eher von Männern dominiert. Aber eine gute Zusammenarbeit sei in der Tat möglich und habe sich nun mit dem Bauende auch ausgezahlt. „Ein Mann, ein Wort“, wie die Architektin dazu mit einem Lächeln bemerkt.
Die Turnhalle Binsenwerder, auf deren Tribüne 314 Zuschauer Platz finden, ist nun wieder freigegeben. Auch die Schulen – die Grundschule West, die Regionalschule Nord und das Sportgymnasium – können das Gebäude wieder nutzen, während sie in der Vergangenheit auf Ausweichhallen, auch über das erst geplante und später nochmals verschobene Bauende hinaus, angewiesen waren (der Nordkurier berichtete). Der Sportunterricht wird ab kommenden Montag wieder in der Halle möglich sein. Die Handball-Frauen des SV Fortuna Neubrandenburg können die neue Halle bereits am Wochenende in Augenschein nehmen und als Erste einweihen – wenn sie ihr Punktspiel gegen BFC Preussen bestreiten.

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p.jasmer@nordkurier.de

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