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Entenangeln mit dem Gabelzinken

VonBärbel Gudat

Bei der Qualifikation zur 9.Meisterschaft der Staplerfahrer in Neubrandenburger zählten Präzision und Schnelligkeit.

Neubrandenburg.Gefühlvoll rollt Werner Johannes im Stapler an das flache Wasserbecken heran. Darin tummeln sich bunte Plasteentlein. Langsam senkt sich die Gabelzinke herab. Doch irgendwie klappt es nicht mit dem Angeln. Erneut kurzes Zurückrollen des kleinen Fahrzeugs, neues Ausrichten und schwupp hängt endlich ein Tier am Haken. Bleiben noch vier, die der Pragsdorfer aus dem Bassin fischen und auf einem benachbarten Holzblock absetzen muss. Hier zählt Präzision. Mit seiner Zeit ist der Gabelstaplerfahrer nicht zufrieden. „Aber der Spaß zählt“, versichert der Wettbewerbsneuling. Er wollte schon immer mal an diesem Wettkampf teilnehmen, sagt er. Aber in den vergangenen Jahren kam immer was dazwischen.
Insgesamt sind 14 Gabelstaplerfahrer aus der Region um Neubrandenburg bei diesem Qualifikationswettkampf zu den 9. Gabelstaplerfahrer-Meisterschaften im September in Aschaffenburg am Start. Frank Aheimer von der Vesta Fördertechnik freut sich, dass diesmal wieder mehr Fahrer gekommen sind. Wegen des Regens wird nur die Vorrunde gewertet.
Torsten Gruhne aus Woldegk ist ein alter Hase. Im vergangenen Jahr siegte er. „Ich bin mit meiner Zeit aber nicht ganz zufrieden. Als Erster zu starten, ist immer nicht so einfach“, resümiert er nach dem Kistensortieren auf Zeit. Seine Kinder Michael und Christin haben das auch schon befürchtet. Mit ihrem kleinen Bruder Georg begleiten sie ihren Vater und halten ihm die Daumen. An der Station kommt es nicht nur aufs fahrerische Können an, sondern auch darauf, zügig die sechs Kisten in die richtige Reihenfolge zu bringen. Dass man sich auch vertun kann, beweist ein anderer Fahrer. Er hat mit der falschen Kiste begonnen. „Jetzt hat er einfach einen zu kleinen Radius und muss sich noch einmal um die eigene Achse drehen“, erläutert Wolfgang Maak. Er ist der Vertriebsleiter im Unternehmen und kennt die Fahrer fast alle.
„Alljährlich denken wir uns immer eine neue Station aus“, sagt Frank Aheimer. „Diesmal haben wir sie ,Mensch ärgere dich nicht‘ genannt“, so der Organisator. Hier müssen mit einer Art Hubwagen mit einer Greifvorrichtung Kegel umgesetzt werden. Gearbeitet wird mit einem neuen Gerät, das erst seit zwei Jahren auf dem Markt ist. Die wenigsten Fahrer kennen es. Deshalb darf jeder sich vor dem eigentlichen Wertungslauf damit ausprobieren. Außerdem zählt noch ein theoretischer Teil zur Wertung. Dabei dreht es sich um Sicherheitsfragen.
Am Ende siegte bei der Qualifikation Andrè Schulz vor Torsten Gruhne und Marcel Chacon-Reyes. Die beiden Erstplatzierten haben sich für den deutschlandweiten Cup der Linde Material Handling GmbH vom 19. bis 21.September in Aschaffenburg qualifiziert.

Kontakt zur Autorin
b.gudat@nordkurier.de

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