
| Internet-Lexikon |
von Marina Spreemann
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„Wo muss ich noch mal draufklicken?“ Über die Nordkurier-Internetseite zu ZiSch hat sich Jasmin aus der Klasse 8a der Fritz-Reuter-Schule in Neubrandenburg das neue ZeitungsWiki auf ihren Rechner geholt. Kurz anmelden – schon drin. „Ich weiß aber nicht genau, ob ich es allein gefunden hätte“, gibt sie zu. Sie blättert und scrollt. „Gar nicht so schlecht“, lautet ihr Urteil.
Da hat sich das Mädchen schon festgelesen beim Stichwort Gerichtsberichterstattung: „Über den Prozess gegen den norwegischen Terroristen Anders Behring Breivik wird in den Medien ausführlich berichtet. Fotos und Zitate des Mörders finden sich fast täglich in der Zeitung. Was ist die Aufgabe von Prozessberichten?“, steht da und die Frage: „Darf man einem Mörder ein Forum geben?“
Sie verfolge den Prozess, erzählt die Schülerin, die mit ihrer Klasse bei der Medienaktion ZiSch dabei ist und jeden Tag die Zeitung liest. „Ich finde, man muss öffentlich machen, was passiert ist und was dieser Mensch gemacht und gedacht hat“, meint sie. Ob sie diese Meinung auch auf der Wiki-Seite kundtut, muss sich Jasmin erst noch mal überlegen. Inzwischen schaut sie nach, was zum Thema Sportberichterstattung auf der Seite zu finden ist. Auch das interessiert Jasmin sehr.
Alexandra sitzt drei Rechner weiter im Computerkabinett der Reuter-Schule. Sie liest: „Immer mehr Menschen verfolgen Nachrichten nur noch online oder als App auf einem mobilen Gerät. Was meinst du, ist eine Zeitung auf Papier heute veraltet und unpraktisch, oder hat sie auch Vorteile gegenüber den digitalen Medien?“ Das ist für sie keine Frage. „Zeitungen sind überhaupt nicht veraltet“, sagt die Schülerin, die nach eigenem Bekunden auch schon vor der ZiSch-Aktion Zeitung gelesen hat. „Eine richtige Zeitung zum Anfassen ist am besten, und da ist auch mehr drin“, meint sie.
Patrick: Ein paar Regeln muss es geben
Auch sie traut sich erst mal nicht, das auf der Internetseite einzutragen. „Aber jetzt, wo ich einmal angemeldet bin, gehe ich bestimmt wieder mal drauf. Vielleicht traue ich mich dann“, sagt Alexandra. Patrick findet das neue ZeitungsWiki für ZiSch-Schüler informativ. „Ich kannte die Seite noch nicht“, sagt er und liest weiter: „Das ,Urheberrecht‘ ist in aller Munde. Im Internet ist es ganz leicht, Musik, Filme und Games zu nutzen, kopieren oder weiterzuverwerten. Viele machen das – und die Interpreten und Produzenten verdienen dann nichts mehr daran. Deshalb dürfen etwa auf Youtube jetzt viele Lieder nicht mehr abgespielt werden. Die Piratenpartei ist damit nicht einverstanden. Sie finden, dass der freie Austausch von Wissen, Kunst und Kultur nicht verhindert werden sollte. Doch was genau ist eigentlich das Urheberrecht? Welche Regeln gibt es? Und was meinst du dazu?“ Für Patrick ist klar: „Ein paar Regeln muss es schon geben.“ Er will seine Meinung auch einbringen und die Diskussion verfolgen.
Lehrerin Monika Krebs, die mit der 8a gemeinsam beim Zeitungsprojekt mitmacht, beobachtet ihre Schüler und wünscht sich eigentlich mehr Zeit für solche ZiSch-Angebote. „Wenn auch der Deutsch-Lehrer wenigstens alle 14 Tage mal ins Comupterkabinett gehen könnte, wäre das schon gut. Man schmort so schnell im eigenen Saft“, sagt sie. Sie findet die Wiki-Idee ganz toll. Das sei auch ideal für die fächerübergreifende Arbeit mit dem Geschichts-, Sozialkunde oder Informatiklehrer, meint sie.

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