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„Erstmal vor der eigenen Tür kehren“

VonPaulina Jasmer

Die Meinungen über die Vision der Stadt, wieder ein fünftes Stadttor zu errich- ten, gehen auseinander. Am Direkten Draht der Redaktion regen Leser dazu an, erst einmal bestehende Probleme zu lösen statt sich neue „aufzuhalsen“.

Neubrandenburg.Was an einem fünften Stadttor gut sein soll, kann sich Leserin Sigrid Fischer (Name von der Redaktion geändert) nicht vorstellen. Die Stadt sei ja bautechnisch eher moderner angelegt, da würden diese geplanten Türme gar nicht ins Bild passen, sagt sie.
Und überhaupt würden ganz andere Probleme nach einer Lösung rufen, verdeutlicht sie am Lesertelefon. Denn eigentlich geht es bei ihrem Anruf um die Neutorstraße. Die soll erst einmal ordentlich in Schuss gebracht werden, ehe man sich an ein fünftes Stadttor macht, fordert die Leserin, die seit 14Jahren in der Neubrandenburger Innenstadt wohnt. Die Baumpflege lasse außerdem zu wünschen übrig.
Und in der Tat, bei einem Gang entlang der Neutorstraße treten die Überbleibsel des Winters zu Tage: Verrottendes Laub, Plastiktüten und auch Hundekot sind hier und da zu finden. Doch damit nicht genug der Beschwerde-Tirade der Neubrandenburgerin: Auch Sitzgelegenheiten mit ausreichendem Schatten seien in der City Mangelware. „Wissen Sie, ich werde 76 Jahre, da will ich mich nicht in der prallen Sonne ausruhen müssen“, erklärt sie.
Die Nachfrage des Nordkurier im Rathaus ergibt allerdings, dass die Neutorstraße „nach der geltenden Straßenreinigungssatzung in keine Reinigungsklasse eingeordnet“ ist, wie Kathleen Bötel von der Pressestelle mitteilt. Das bedeutet, dass die Eigentümer der an der Straße anliegenden Grundstücke für die Reinigung sowie für den Winterdienst bis zur Straßenmitte – also Gehwege, Parkflächen und Fahrbahnkanten – selbst zuständig sind. Gleichzeitig kündigt die Pressesprecherin aber an, dass die Verschmutzungen der Neutorstraße in Kürze beseitigt würden. Die Großvermieter der Stadt würden schließlich in jedem Jahr eine gründliche Reinigung der Gehwege aller Straßenzüge vornehmen.
Aber es gibt viel zu tun: So werden derzeit die Friedländer Straße, die Herbordstraße, die Badstüberstraße und die Wartlaustraße gereinigt. Danach stehe die Reinigung der Gehwege der Pfaffenstraße, der Kleinen Wollweberstraße und eben dann auch der Neutorstraße an. „Insoweit wird der jetzige Zustand in dieser oder spätestens in der nächsten Woche behoben sein“, so Kathleen Bötel und bittet gleichzeitig um Verständnis, denn die Vielzahl der zu reinigenden Gehwege und Straßen bedürfe eines längeren Zeitraums, bis wirklich alle Verschmutzungen im Stadtgebiet beseitigt seien. Sie schaut noch einmal nach und verspricht: Morgen soll die Straßenreinigung in der Neutorstraße erfolgen.
Hinsichtlich der fehlenden Bänke im Schatten weist die Pressesprecherin auf die vielen Sitzgelegenheiten an den verschiedenen öffentlichen Plätzen, Grün- und Freianlagen hin, wie die Wallanlage, Marienkirche, Turmstraße, Marktplatz, Treptower Straße, Wartlaustraße, Fritz-Reuter-Denkmal und am Synagogenplatz. Außerdem würden an etlichen Stellen Bäume Schatten spenden. „Besteht der Wunsch um Ergänzung der vorhandenen Standorte, ist das Städtische Immobilienmanagement (SIM) gern bereit, über konkrete Standorte ins Gespräch zu kommen“, bietet das SIM der Anruferin an. Nun muss diese nur noch zum Hörer greifen.

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p.jasmer@nordkurier.de

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