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Erzieher-Beruf steht auf der Wunschliste ganz oben

Sina Meitzner (links) und Hanka Stapel überprüfen das Messehandbuch zur 4. nordjob, das insgesamt 1800 Schüler erhalten haben.  FOTO: Jörg Spreemann
Sina Meitzner (links) und Hanka Stapel überprüfen das Messehandbuch zur 4. nordjob, das insgesamt 1800 Schüler erhalten haben. FOTO: Jörg Spreemann

Von unserem RedaktionsmitgliedJörg Spreemann

Im direkten Gespräch mit Personalexperten von 53Firmen und Hochschulen können sich junge Leute auf der nordjob in Neubrandenburg über Lehre und Studium informieren.

Neubrandenburg.Türsteher, Tätowiererin oder Astronaut - Sina Meitzner kennt die geheimsten und exotischten Berufswünsche junger Leute. „Viele wissen in der 9. Klasse aber noch nicht ernsthaft, was sie werden wollen“, schätzt sie ein. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Hanka Stapel hat die Projektleiterin des Instituts für Talententwicklung in den vergangenen Wochen rund 1800 Neun- und Elfklässlern der Region die Angebote der 4. nordjob in Neubrandenburg vorgestellt. Zwischen Anklam, Grimmen, Waren und Neustrelitz waren beide rund 3500 Kilometer unterwegs, um auf die Fachmesse für Ausbildung und Studium aufmerksam zu machen.
„Inzwischen hat sich herum gesprochen, dass es auch in der Heimat freie Lehrstellen gibt“, schätzt Sina Meitzner ein. Die Vielfalt der Angebote habe die Schüler aber immer wieder überrascht. Es sei ihnen deswegen teilweise schwergefallen, sich für höchstens vier Termine bei Ausstellern auf der nordjob zu entscheiden. Über Erwarten gut abgeschnitten habe in der Schülergunst der Beruf eines Mechanikers für Land- und Baumaschinentechnik, der durch zwei Unternehmen aus Penzlin und Kleeth erstmals angeboten wird. „Immerhin Platz 10 bei den Terminwünschen. Damit haben wir nicht gerechnet“, berichtet die Projektleiterin. Zu erlernen, wie sich Geräte und Maschinen von der Motorsäge bis zum Mähdrescher reparieren lassen, stoße auf Interesse.
Insgesamt 53 Firmen und Einrichtungen präsentieren sich in diesem Jahr auf der nordjob Neubrandenburg, etwa ein halbes Dutzend mehr als im Vorjahr. Zum einen liege das am steigenden Bedarf der regionalen Wirtschaft, sich auf der Suche nach dem Berufsnachwuchs öffentlich zu präsentieren. Zu anderen seien mit der Martin-Luther-Universität Halle und der BTU Cottbus zwei weitere Hochschulen erstmals mit dabei. „Viele Abiturienten wollen als Studenten gern in Ostdeutschland bleiben“, weiß Sina Meitzner. Deswegen gingen die Unis aus dem Süden jetzt auch auf die Schulabgänger im Norden zu.
Die Nummer 1 bei den Terminwünschen der jungen Leute sei in diesem Jahr der Erzieherberuf, gefolgt vom Dienst bei der Bundeswehr und dem Job des Einzelhandelskaufmanns. Bis zu 20 Minuten seien für die Einzelgespräche eingeplant. „Viele Schüler kommen bei der nordjob erstmals in ihrem Leben in direkten Kontakt zu Personalverantwortlichen von Unternehmen“, meint Hanka Stapel. Das sei wie eine Generalprobe für ein Bewerbungsgespräch. Sie weiß, dass für die jungen Leute die Frage nach der Ausbildungsvergütung ganz oben an steht – eigentlich. In den Gesprächen traue sich aber kaum jemand, nach dem Einkommen präzise zu fragen. „Das sollte man mit ein bisschen Feingefühl aber durchaus tun. Es muss ja nicht unbedingt die erste Frage sein“, rät Hanka Stapel.

Die nordjob öffnet in der Stadthalle Neubrandenburg am 10. und 11. April jeweils zwischen 8.30 und 14.45 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Schüler, die keine Terminvereinbarung getroffen haben, sind ebenfalls herzlich willkommen.

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