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„Es darf ruhig auch mal ein bisschen ranzig sein“

Zwei Freunde auf der Flucht vor den Fesseln des Alltags. In dem Film „Wie das Binnenmeer“ geht es um Freundschaft und die Entdeckung der Freiheit. Er läuft zur Eröffnung des Jugendmedienfests am kommenden Mittwoch im Kino Latücht.  FOTOs: Buske
Zwei Freunde auf der Flucht vor den Fesseln des Alltags. In dem Film „Wie das Binnenmeer“ geht es um Freundschaft und die Entdeckung der Freiheit. Er läuft zur Eröffnung des Jugendmedienfests am kommenden Mittwoch im Kino Latücht. FOTOs: Buske

Der junge Filmemacher Stephan Buske (23) war bereits zweimaliger Preisträger beim Jugendmedienfest MV. In diesem Jahr steuert er den Eröffnungsbeitrag „Wie das Binnenmeer“ bei. Mit dem gebürtigen Rostocker sprach Robert Kiesel.

Herr Buske, Ihr Film „Wie das Binnenmeer“ eröffnet am kommenden Mittwoch das Jugendmedienfest in Neubrandenburg. Worum geht es?
Kurz gesagt um Freundschaft. Zwei Freunde, von denen einer in die Fußstapfen seines Vaters treten soll, das aber nicht will. Daraufhin hauen die beiden ab, reisen nach Polen, entdecken die Freiheit und eben ihre Freundschaft.

Ein eher freundlicher Film im Vergleich zu „Kater“ und „sun of a gun“, mit denen Sie Preise bei den Jugendmedienfesten 2010 und 2012 abgeräumt haben. Eine Kehrtwende?
Nicht unbedingt. Sicher hat der Film etwas mehr Sonnenschein, dennoch faszinieren mich Menschen und ihre Probleme, ja Konflikte, weiter am stärksten, so wie eigentlich alle Filmemacher. Es darf ruhig auch ein bisschen ranzig sein.

Konflikte gibt es in Berlin, Ihrem derzeitigen Wohnort, mehr als genug. Wie genau schauen Sie noch in Ihre Heimat, den Nordosten?
Tatsächlich bin ich durch mein Studium eher weg von zuhause, suche mir die Geschichten da, wo ich mich aufhalte. Dennoch komme ich regelmäßig nach Güstrow, besuche meine Familie, erhole mich von dem Stress in Berlin.

Momentan studieren Sie Kamera in Babelsberg. Wo soll es danach hingehen?
Genau weiß ich das nicht, in Berlin bleiben möchte ich aber sicher nicht. Gern würde ich auch nach MV zurückkehren und dort arbeiten. Es braucht aber auch die Finanziers für Filmprojekte.

Wann haben Sie selbst eigentlich angefangen mit dem Filmen?
Das war wohl so mit 14 Jahren, damals habe ich meine erste Kamera geschenkt bekommen. Zunächst habe ich viel fotografiert. Zum eigentlichen Filmemachen bin ich erst sehr spät gekommen. Über mehrere Praktika habe ich erst richtig verstanden, wie die Branche eigentlich funktioniert.
Obwohl Sie noch am Anfang Ihrer Karriere stehen, schauen die Teilnehmer des Jugendmedienfestes zu Ihnen auf. Was raten Sie ihnen, worauf sollten sie achten?
Sie sollten ihre persönlichen Ziele möglichst hoch stecken und immer dranbleiben. Man muss immer machen, darf nicht faul sein. Bei jedem Dreh den man dann macht, lernt man unheimlich viel dazu.

Wie wichtig ist es, gute Partner zu finden?
Unheimlich wichtig! Filmemachen geht nicht alleine. Man muss dringend gute Leute finden und ein Team bilden.

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