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Ex-Bürgermeister bieten Kommunen Beratung an

Das Treptower Rathaus war Treffpunkt für ehemalige Bürgermeister und leitende Verwaltungsbeamte aus dem Land. [KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns
Das Treptower Rathaus war Treffpunkt für ehemalige Bürgermeister und leitende Verwaltungsbeamte aus dem Land. [KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns

VonAnke Brauns

Guter Rat muss nicht teuer sein. Ehemalige Bürgermeister und Verwaltungschefs des Landes bieten ihn Kommunen umsonst an und bilden eine Arbeitsgruppe.

Altentreptow.Einer Gemeinde sitze sie ja schon „im Nacken“, spielte Strasburgs Bürgermeister Norbert Raulin (SPD) auf die Beratertätigkeit von Altentreptows Ex-Bürgermeisterin Sybille Kempf (CDU) in Penkun an, wo sie bei der Sanierung des Haushalts helfen soll. Im Nacken will die neu gegründete „Arbeitsgemeinschaft der Altmeister des Städte- und Gemeindetages“ den Kommunen keineswegs sitzen. Ihnen aber Hilfe anbieten.
Denn die meisten in der Runde vertretenden ehemaligen Bürgermeister und Leitenden Verwaltungsbeamten waren lange im Amt. „In 20 Jahren hat man eine Menge gelernt und kann einiges weitergeben“, meinte Demmins Altbürgermeister Ernst Wellmer (CDU), der gemeinsam mit Sybille Kempf als Vorsitzende, dem Ludwigsluster Ex-Bürgermeister Hans Jürgen Zimmermann (Bündnis 90 Die Grünen) und der früheren Verwaltungschefin des Amtes Neubuckow-Salzhaff Iris-Maria Mazewitsch in den Vorstand der Gruppe gewählt wurde. 44 Ehemalige, die an der Spitze von Kommunen und Ämtern standen, waren im Vorfeld angeschrieben worden, sagte Michael Thomalla, Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages, bei der Gründungsveranstaltung am Dienstag in Altentreptow. Etwa 30 hätten größeres Interesse signalisiert.
Nicht alle konnten zum ersten Termin kommen, aber unter denen waren auch schon künftige Mitstreiter wie Günter Rhein (SPD) und eben Norbert Raulin, die in Waren und Strasburg noch im Amt sind. Der große Vorteil sei die Unabhängigkeit in diesem Gremium, meinte Schwerins früheres Stadtoberhaupt Johannes Kwaschik (SPD). Man müsse keiner Partei mehr Rechenschaft ablegen, habe keine persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen mehr. „Wenn eine Gemeinde Beratung will, bekommt sie die und keine Rechnung dafür“. Neben Tipps in Sachen Haushalt wünscht sich Günter Rhein zum Beispiel, mit Bürgermeistern und Amstvorstehern zum Thema Gemeindefusionen ins Gespräch zu kommen, zu empfehlen, welche Strukturen sinnvoll seien. Uwe Heinze (SPD), früher Bürgermeister in Laage, will für die Mitgliederversammlung des Städte- und Gemeindetages einen Infostand der Arbeitsgemeinschaft konzipieren. „Damit unsere Nachkommen wissen, wo sie sich hinwenden können, wenn sie mal Rat brauchen“, sagte er.
Von den Erfahrungen der langjährigen Bürgermeister und Verwaltungschefs will auch der Städte- und Gemeindetag selbst profitieren, unter dessen Dach die Arbeitsgemeinschaft arbeitet. Norbert Raulin wünscht sich, dass die Mitglieder auch gegenüber dem Land klare Positionen beziehen „und sagen, was wir noch nicht sagen dürfen“.

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