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Filme querbeet begeistern Jury

Das Sichtungskomitee für den Jugendvideowettbewerb bestand aus Annette Freier, Christian Jenewsky und Dennis Orlowski (von links) – hier zusammen mit einem eingereichten Musikvideo. [KT_CREDIT] FOTO: J. Templer
Das Sichtungskomitee für den Jugendvideowettbewerb bestand aus Annette Freier, Christian Jenewsky und Dennis Orlowski (von links) – hier zusammen mit einem eingereichten Musikvideo. [KT_CREDIT] FOTO: J. Templer

VonJosephine Templer

Das Jugendmedienfest Ende Mai wirft seine Schatten voraus. Aus insgesamt
60 Videoprojekten wählte das Sichtungskomitee 24Streifen aus, auch für den Schulvideowettbewerb sind die Teilnehmer klar.

Neubrandenburg.Einfach war es nicht: Nach langen intensiven Diskussionen hat die Jury entschieden, welche Wettbewerbsfilme beim Jugendmedienfest gezeigt werden. Denn ein Film ist auch immer ein Gesamtkunstwerk, in dem beispielsweise Themeninhalte, Schauspieler, Kameraführung und Qualität eine Einheit bilden, findet das Sichtungskomitee des landesweiten 16. Jugendvideowettbewerbs des Latüchts e.V. In diesem Jahr wurden insgesamt 60 Videoprojekte eingereicht – die höchste jemals erreichte Anzahl. Parallel dazu lief der Schulvideowettbewerb mit 29 Filmen, die einen Tag zuvor begutachtet und ausgewählt wurden. Diese werden Ende Mai beim Jugendmedienfest des Latücht präsentiert.
Zentrale Themen der Schüler waren vor allem Mobbing, Freundschaft und die Beziehungen unter den Schüler, weiß Monique Herdam, Projektkoordinatorin der Medienwerkstatt des Latüchts. Die bevorzugten Genres waren dabei Spielfilme und Dokumentationsfilme. Aus Neubrandenburg sind Schülergruppen von der Regionalen Schule Nord, der Fritz Reuter Schule, der Kranichschule und des Albert-Einstein-Gymnasiums vertreten. „Außerdem haben wir Filme aus ganz Mecklenburg-Vorpommern: Rügen, Schwerin, Torgelow, Wismar…“, zählt Herdam auf.
Die Teilnehmer des Jugendvideowettbewerbs sind ebenfalls über ganz MV verteilt. Hierbei sind die Themen und Genres jedoch vielfältiger. „Bei den Filmen haben wir echt alles querbeet: schöne Musikvideos, Kurzspielfilme, Dokumentationsbeiträge, mit Happy End, ohne Happy End“, erzählt Monique Herdam. Vor allem beschäftigten sich viele Jugendliche in ihren Filmen mit Rassismus und Toleranz.
Das Sichtungskomitee der Jugendfilme wählte schließlich aus den 60 Streifen
24 für das Jugendmedienfest aus, darunter auch sechs Filme aus Neubrandenburg. Im Rahmen des Schulvideowettbewerbes werden letztendlich 25 gezeigt. Eine Jury zeichnet dann die besten drei mit 350, 250 beziehungsweise 150 Euro aus.
Der 1. Preis für den Jugendvideowettbewerb nennt sich „Die große Klappe“. „Dabei muss so ziemlich alles stimmen, vom Thema angefangen über die Regie, den Schnitt, bis zur Schauspielerei“, erklärt Herdam. Preis Nummer 2 ist „Das dritte Auge“, wobei die Jury vor allem auf die Kameraführung achten wird. Beim 3. Preis spielt eine politisch engagierte Themenwahl die größte Rolle. Dabei werden Jugendliche, die „sich an ein spitzes Thema wagen, an das sich andere nicht trauten“ ausgezeichnet, weshalb der Preis auch „Der spitze Stachel“ heißt. Die Preise sind mit 500, 300 bzw. 200 Euro dotiert.
Dennis Orlowski, Annette Freier und Christian Jenewsky als Sichtungskomitee der Jugendvideowettbewerbes zeigten sich positiv überrascht über die gute Qualität zahlreicher Arbeiten. Bei Schulfilmen gehe es nicht zwangsläufig nur um das Filmemachen, sondern auch um das schöne, kollektive Erlebnis, beim Jugendwettbewerb hingen würden sich sehr ambitionierte und eigenständige Leistungen zeigen, die gewissermaßen die Jugendfilmszene Mecklenburg-Vorpommerns widerspiegeln, legen die Drei unterschiedliche Messlatten an.
Die Qualität könnte unter anderem an der gestiegenen Medienkompetenz liegen, schätzen sie ein. Aber auch eine neue Generation von Pädagogen unterstütze wohl die Entwicklung. „Man findet über Medien einfach einen besseren Zugang zum Thema als an der Tafel“, resümiert Orlowski, der selbst Sozialpädagoge ist.
Gezeigt werden die Filme der beiden Wettbewerbe vom 29. bis 31. Mai im Rahmen des Jugendmedienfestes im Latücht. Nach drei Tagen voller Filme wird am letzten Abend die feierliche Preisverleihung mit anschließender Abschlussfeier und Liveband stattfinden.

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red-neubrandenburg@nordkurier.de

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