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Fördern heißt vor allem Selbermachen

Nicht nur den Schülern der zweiten Klasse steht mittlerweile ein frisch rausgeputzter Speisesaal zur Verfügung. [KT_CREDIT] FOTOS (2): D. Kleindienst
Nicht nur den Schülern der zweiten Klasse steht mittlerweile ein frisch rausgeputzter Speisesaal zur Verfügung. [KT_CREDIT] FOTOS (2): D. Kleindienst

Von Denny Kleindienst

Die Grundschule in Burow wird immer schöner. Möglich macht’s der Schulförderverein, der lieber selbst anpackt, statt über fehlende finanzielle Mittel zu klagen. Vom Dauerthema Schulschließung lässt er sich nicht abschrecken.

Burow.Die Angst, dass die örtliche Schule die nächste sein könnte, die geschlossen wird, kann die Betroffenen lähmen. Sinkende Schülerzahlen fachen solche Diskussionen immer wieder an. Auch die Grundschule in Burow wird regelmäßig ins Gespräch gebracht, wenn es um Standortschließungen geht. Und was macht der dortige Schulförderverein? Statt abzuwarten, renoviert er nach und nach das ganze Schulgebäude und lässt sich nicht weiter davon beeinflussen, wie viele Jahre der Einrichtung noch bleiben.
René Nast geht es um das Hier und Jetzt. „Wir wollen die bestmögliche Schule für unsere Kinder“, sagt er. Das heißt für den Vorsitzenden des Schulfördervereins, dass die Kinder zunächst einmal einen kurzen Schulweg haben. Dass es folglich überhaupt eine Schule in Burow gibt. Und die soll bitte auch nach etwas aussehen. Nach seiner Gründung vor anderthalb Jahren hat der Förderverein erst einmal Farbe an die grauen Innenwände gebracht. Im Eingangsbereich wurden die alten DDR-Möbel entfernt und ein großformatiges selbst gemaltes Bild aufgehängt, das jeden begrüßt, der das Schulgebäude betritt. Es sollte nur der Anfang sein. „Pro Jahr wollen wir ein großes Projekt umsetzen“, sagt René Nast. Das Aufhübschen der Leseecke und die Neugestaltung der Schulbibliothek waren im letzten Jahr das erste Großprojekt (der Nordkurier berichtete). Den provisorischen Speisesaal, der eher eine mobile Küche im Klassenzimmer war, gibt es auch nicht mehr. Stattdessen essen die Kinder seit einiger Zeit in einem Essenraum, den Eltern mit viel Liebe hergerichtet haben. René Nast hat dafür noch einen gebrauchten Ausgabetresen organisiert, „so dass der Speisesaal nun auch den hygienischen Standards entspricht“.
Zuletzt erhielt dann auch das Computerkabinett eine Generalüberholung. Seit drei Wochen stehen den Schülern zeitgemäße internetfähige Geräte zur Verfügung. Es war bereits das dritte Großprojekt, das der Förderverein angepackt hat und „die kostspieligste Aktion bisher“, wie der Vereinsvorsitzende sagt.
Möglich gemacht wurde es auch durch die Unterstützung von Großsponsoren und Unternehmen aus der Region. Für René Nast zeigt diese Unterstützung, „dass ein Interesse an der Schule in Burow da ist.“ Der Förderverein mit seinen knapp 20 aktiven Mitgliedern kann immer wieder auf die Hilfe von Eltern und der örtlichen Feuerwehr bauen, die mitanpacken. Der Schulförderverein ist aber derjenige, der die Aktionen anschiebt. Und er hat die Burower Schule zu einer anderen gemacht. Das bestätigt auch Ines Rudolf, die stellvertretende Schulleiterin. Auch Burows Bürgermeisterin Heidelinde Kurzhals (CDU) ist voll des Lobes. Sie hält den Verein für eine Bereicherung für die Schule.

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d.kleindienst@nordkurier.de

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