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Förderverein bringt Kultur in alte Mauern

Klaus Noack (r.) und Jürgen Wozel im Eingang des frisch renovierten und umgestalteten Breesener Pfarrhauses. Die beiden leiten den Förderverein. [KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns
Klaus Noack (r.) und Jürgen Wozel im Eingang des frisch renovierten und umgestalteten Breesener Pfarrhauses. Die beiden leiten den Förderverein. [KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns

Von unserem Redaktionsmitglied
Anke Brauns

Sie wollten nicht, dass das Breesener Pfarrhaus verkauft wird, also wurden sie aktiv: Die Mitstreiter des Fördervereins haben in gut einem Jahr schon richtig viel auf die Beine gestellt.

Breesen.Wenn Klaus Noack und Jürgen Wozel im Breesener Pfarrhaus sitzen, haben sie allen Grund zur Freude. Das alte Haus ist dank Finanzierung durch die Kirchgemeinde und viel Eigeninitiative ein echtes Schmuckstück geworden mit neuen Fenstern, neuer Küche, neuen Möbeln und viel frischer Farbe. Dabei sollte es noch vor gar nicht so langer Zeit verkauft werden. „Das wollten wir nicht, also mussten wir aktiv werden“, sagt Jürgen Wozel, zweiter Vorsitzender des „Fördervereins denkmalgeschützte Kirchen Breesen/Pinnow“. Ende 2011 wurde der Verein gegründet, denn das Haus nur zu erhalten, hätte nichts gebracht, wissen Wozel und Vorsitzender Klaus Noack. Man müsse es auch mit Leben erfüllen. Beides haben sich die Mitglieder für die Kirchen und das Pfarrhaus als wichtiges Ziel in die Satzung geschrieben.
Zunächst führte der Verein nur die Breesener Kirche im Namen, seit kurzem auch die Pinnower. Denn auch dort wollte sich ein Verein zur Rettung des Gotteshauses gründen. Es habe sich aber niemand gefunden, der die relativ aufwendige Vereinsgründung auf sich nehmen wollte, erzählen die beiden. Also schlüpften die Pinnower mit unters Dach des Breesener Vereins. Man gewährleiste aber, dass jedes Dorf für seine Kirche sammeln könne. Die Breesener ist einsturzgefährdet und wird abgestützt. Genutzt hat man sie trotzdem noch, zuletzt am Heiligabend. Aber nun soll bald gebaut werden. „Wenn alles gut läuft, können wir Weihnachten wieder rein“, sagt Klaus Noack. Dann soll auch die Kirche ein kultureller Anlaufpunkt, zum Beispiel mit Buchlesungen und Konzerten werden.
Ein „Beispiel“ kann sich das Gotteshaus am Pfarrhaus nehmen, das bereits zu einem Mittelpunkt im Dorf geworden ist. Zahlreiche Themen- und Filmabende finden dort mit großer Resonanz statt, man trifft sich zu Schachspiel, Sport und Kindernachmittagen. Und nicht nur im Pfarrhaus organisiert der Förderverein Veranstaltungen. Die erfolgreichste Aktion sei eine Schifffahrt auf dem Tollensesee mit 46 Teilnehmern gewesen, berichten die beiden. Es ging auch zum Weihnachtsmarkt nach Lübeck, man half bei Arbeiten an Friedhofskapelle und Pfarrhaus.
Bei den vielen Aktivitäten arbeitet der Förderverein oft mit der Gemeinde und der Kirchgemeinde zusammen – zum Beispiel bei der Kinderfreizeit in den Winterferien. Dass Fördervereinsvorsitzender Klaus Noack gleichzeitig Bürgermeister der Gemeinde Breesen und auch Mitglied im Gemeindekirchenrat ist, erweist sich in dieser Hinsicht als klarer Vorteil. „Die Leute nehmen es an und sind froh, dass sich etwas bewegt“, sagt er. „Wenn man sieht, was wir in einem Jahr geschafft haben – das hätte keiner geglaubt.“

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a.brauns@nordkurier.de

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