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Fremder Hundehaufen muss selbst weggeräumt werden

VonSusann Moll

In Bartow werden frei- laufende Hunde zu einem Ärgernis. Nun sind die Gemeindevertreter selbst gefordert, hier gegenzusteuern.

Bartow.Arno Jahnke ist sauer. Der Bartower ist vor Kurzem mit dem Fahrrad durchs Dorf gefahren. Plötzlich sei ihm ein Hund vors Rad gelaufen, berichtet er. Da das Tier wie aus dem Nichts kam, bremste er stark und stürzte. Und dies sei nicht das erste Mal gewesen, dass ein Hund im Dorf frei herumläuft, sagt Arno Jahnke. Viele Bartower würden ihre Hoftore offen lassen, sodass die Hunde ungestört auf die Straße laufen können. Eine Gefahr für alle, meint Jahnke. Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung regte er deshalb an, die aktuelle Hundehalterverordnung in einem Schaukasten für alle sichtbar zu machen.
In der Verordnung sei klar geregelt, dass Hunde nicht einfach unbeaufsichtigt das Gehöft ihres Besitzers verlassen dürfen, erklärt Claudia Ellgoth, Leiterin des Bau-, Ordnungs- und Sozialamtes Treptower Tollensewinkel. Es habe jeder selbst dafür Sorge zu tragen, dass die Tiere auf dem Hof bleiben. Ein genereller Leinenzwang herrscht dagegen laut Hundehalterverordnung des Landes Mecklenburg-Vorpommern nicht. Dort heißt es, der Hundebesitzer „muss körperlich und geistig in der Lage sein, den Hund jederzeit so zu beaufsichtigen, dass Menschen, Tiere oder Sachen nicht gefährdet werden.“ Da das Thema auf der Gemeindevertretersitzung angesprochen wurde, werde sie im Ordnungsamt den Sachverhalt mit dem Protokoll auf den Tisch bekommen, so Ellgoth. Dann werde entschieden, ob der Aushang der Verordnung im Schaukasten genügt.
Jan Tatusch sieht die Verantwortung eher bei den Gemeindevertretern persönlich. Auch er hatte schon einmal Probleme mit Hunden im Dorf, allerdings in anderer Form. Im vergangenen Jahr hatte er einen Hundehaufen vor seiner Haustür liegen,als er von der Arbeit nach Hausekam. Er selbst besitzt keinen Hund, also musste ein fremdes Tier den Haufen hinterlassen haben. Er wandte sich damals mit einem Brief an das Ordnungsamt in Altentreptow. Dort wurde ihm jedoch nur gesagt, dass ihm nichts anderes übrig bleibt, als die Hinterlassenschaften selbst wegzuräumen, wenn er den Besitzer des Hundes nicht kennt.
Die Verordnung im örtlichen Schaukasten auszuhängen, ist für Tatusch nicht die Lösung des Problems. Er meint, dass die Gemeindevertreter mal persönlich ein paar Runden durchs Dorf drehen und sich ein Bild von der Lage machen sollten. So könnten sie die Bürger, deren Hunde durch das geöffnete Tor rauslaufen können, ansprechen. Dabei könnten sie auch gleich die gassigehenden Bürger auf ihre Pflicht hinweisen, die Hinterlassenschaften ihres Hundes wegzuräumen. „Dafür sind wir doch eine kleine Gemeinde“, sagt Jan Tatusch. Es bringe seiner Ansicht nach mehr, einfach mal das Gespräch zu suchen.

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