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Freude am Schrauben

Auch diesen Unfallschaden an seinem Opel will „Stammgast“ Sven Meier in der Selbsthilfewerkstatt in der Nonnenhofer Straße allein reparieren. Schon bei der Ersatzteilbestellung kann er auf Rat und Hilfe von Inhaber Enrico Schmidt (vorn) zählen.
Auch diesen Unfallschaden an seinem Opel will „Stammgast“ Sven Meier in der Selbsthilfewerkstatt in der Nonnenhofer Straße allein reparieren. Schon bei der Ersatzteilbestellung kann er auf Rat und Hilfe von Inhaber Enrico Schmidt (vorn) zählen.

Von unserem RedaktionsmitgliedMathias Greisert

Bei der Selbsthilfewerkstatt auf dem ehemaligen RWN-Gelände in Neubran-
denburg können Autofahrer die Freude am Schrauben entdecken und dabei manchen Euro sparen. Das soll künftig besonders auch Frauen vermittelt werden.

Neubrandenburg.Enrico Schmidt hat den vielleicht besten Job der Welt. Denn wie er wollen sich in Neubrandenburg immer mehr Menschen wieder selbst um ihr Auto kümmern. Vom Lehrling bis zum Rentner krempeln sie in seiner Selbsthilfewerkstatt in der Nonnenhofer Straße die Ärmel hoch. „Wenn sie später stolz und glücklich wieder nach Hause fahren, das ist einfach göttlich“, sagt der Werkstatt-Chef begeistert.
Er selbst verbringt schon seit seiner Kindheit jede freie Minute mit Schrauben, erzählt der 39-Jährige. Erst am Fahrrad, dann am Moped, später auch am Motorrad und am ersten Auto. Vor gut drei Jahren ergriff er schließlich die Chance und wurde vom Kunden zum Inhaber der Mietwerkstatt auf dem ehemaligen RWN-Gelände. Mit zusätzlichen Angeboten wie Unterbodenschutz, Hohlraumversiegelung und Innenraumreinigung hat er seitdem Schritt für Schritt einen Rundum-Service entwickelt. Durch regelmäßige Schulungen und Zertifizierungen hält sich der gelernte Industriemechaniker zu Auto und Technik auf dem Laufenden.
Alle gängigen Werkzeuge und Maschinen kann er den Selbst-Schraubern zur Verfügung stellen, ausgefallenes Spezialwerkzeug besorgt er bei Bedarf von benachbarten Werkstätten und Autohäusern. „Wir ergänzen uns hier alle gegenseitig“, sagt Enrico Schmidt.
Genau das sei für ihn auch an der Selbsthilfewerkstatt das Besondere, sagt Stammkunde Sven Meier, der auf einer der drei Hebebühnen gerade einen Unfallschaden an seinem Opel Vectra untersucht. Ob man an einem Auto lange Freude hat, ist für ihn vor allem eine Frage der kleinen Reparaturen, von ständiger Wartung und Pflege. „Hier ist alles dafür da und jeder hilft dem Anderen“, schätzt er das familiäre Miteinander der Schraubergemeinde. „Wer einmal herkommt, kommt immer wieder“, klopft Schmidt ihm lächelnd auf die Schulter.
Er staune aber auch immer wieder, wie kompliziert sich einige Leute ihr Auto vorstellen. Die verblüfften und stolzen Gesichter nach dem ersten eigenhändigen Rad- oder Ölwechsel seien einfach immer wieder herrlich. Klar, die meisten wollen zuallererst Geld für Reparaturen sparen. „Dann lecken sie Blut und wollen auch größere Geschichten selbst angreifen“, freut sich Schmidt, dass er viele Kunden mit seiner Leidenschaft ansteckt. Fürchten muss sich bei ihm auch vor schwierigeren Reparaturen niemand, denn er steht seinen Kunden jederzeit mit Rat und Tat zur Seite.
Weil er immer wieder beobachtet, dass sich besonders Frauen „völlig grundlos“ einfache Handgriffe an ihrem Auto nicht zutrauen, plant Enrico Schmidt noch in diesem Frühjahr erstmals einen kostenlosen „Pannen-Kurs“ speziell für weibliche Autofahrer. Ölstand kontrollieren, Starthilfe geben oder Radwechsel seien eigentlich ganz einfach, will er den Damen zeigen. Auch wenn noch kein Termin feststeht, bittet Enrico Schmidt Interessentinnen, sich schon unter Tel. 0395 3696280 oder per Mail an mietwerkstatt.schmidt @web.de anzumelden.

Kontakt zum Autor
m.greisert@nordkurier.de

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