Februar 21, 2012
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Musik von Redaktion

Friedländer Band auf dem Weg in die Bankenmetropole

[RS_BU]Nix aestate bereiten sich in ihrem Pobenraum im Garten von Theresas Eltern auf die Konzerte vor. [RS_CREDIT] FOTO: Ingmar nehls
[RS_BU]Nix aestate bereiten sich in ihrem Pobenraum im Garten von Theresas Eltern auf die Konzerte vor. [RS_CREDIT] FOTO: Ingmar nehls
Von unserem Redaktionsmitglied
Ingmar Nehls

Die Friedländer Band „nix aestate“ hat das Landesfinale eines Bandwettbewerbs gewonnen. Wenn sie beim Online-Voting punkten,
könnte es bis auf die Musikmesse in Frankfurt gehen.

Friedland.Markus haben sieweggesperrt. In einem Kasten aus Sperrholzplatten sitzt er nun allein mit seinen Kalendergirls. Durch ein Fenster kann er die anderen sehen. Markus Fiedler war einfach zu laut. Was nach einer Supernanny-Erziehungsmethode klingt, ist eine Maßnahme auf der Suche nach dem optimalen Sound in der Gartenhütte.
Zwei mal drei Meter groß ist die Traumschmiede der Friedländer Jugendband nix aestate. Der Ofen sorgt für eine Bollerhitze, aber nur so lange, wie man nicht sitzt. Gut, dass Rocker meist stehen, sonst würden sie beim Üben vielleichterfrieren. Nix aestate ist eine lateinische Wortkombination, die frei übersetzt Sommerschnee oder Schnee im Sommer bedeutet. „Wenn man das googelt, sind wir bei den Treffern ganz weit oben“, sagt Bassist Manfred Manni Gehrke. Als Kinder ihrer Zeit haben sie natürlich auch Profile bei facebook und myspace und eine eigene Homepage. Nicht weniger als die „Zukunft des Deutsch-Rock“ wollen sie sein, steht auf ihrer Seite. Das soll nicht abgehoben klingen, sondern selbstbewusst erklären, was sie machen.
Denn was Sängerin Theresa Jarosch, Gitarrist Robin Schmidt, Schlagzeuger Markus Fiedler und Bassist Manni Gehrke auf die Bühne bringen, sind ausschließlich selbstgeschriebene Songs auf Deutsch. „Das versteht das Publikum besser und wir können uns in unserer Muttersprache auch besser ausdrücken“, sagt Markus Fiedler. Dem Drummer ist die Musik in die Wiege gelegt worden, denn sein Vater spielt in der Kult-Band „Matrosen in Lederhosen“.
15 Lieder haben nix aestatebühnenreif im Kasten. Ebenso viele Lieder befinden sich noch in Arbeit. Die Texte stammen aus der Feder von Theresa und Robin. Es geht um Liebe, gebrochene Herzen, Lebensfreude. Ein vertontes Tagebuch der Jugend also. „Es ist die Lust, die mich fesselt, michbewegt. Es wird zur Sucht nach Abenteuern in meinem Leben. Sie lässt mich nicht los, Widerstand zwecklos. Es ist die Nacht der Nächte und ich bekomme Lust, Lust nach mehr“, stimmt Theresa einen der Songs an. Klar und kraftvoll legt sich die Stimme der 17-Jährigen über den rockigen Instrumentenklang ihrer Jungs.
So unfassbar wie Schnee im Sommer ist auch das treffende Wort für den Stil der Friedländer Band. Theresa sieht sich von paramore beeinflusst, Manni und Markus eher durch den harten Sound von Suicide Silence. Aber auch Ska mischt sich in die Lieder, von denen keines ist wie das andere. „Unser Stil ist so, wie er ist. Wenn man ein Lied kennt, kennt man nicht alle“, sagt Robin. Für ihn ist Zeit ein bestimmendes Motiv, das in jedem seiner Songs auftaucht.
Vielleicht ist jetzt auch die Zeit für den Durchbruch gekommen. Beim Regionalfinale von SchoolJam in Rostock hat sich nix aestate gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Wenn sie beim Onlinevoting, das am 27. Februar auf www.respect.de startet, von den 30Bands unter die ersten 8 kommen, dürfen die Friedländer im Finale in der Frankfurter Festhalle antreten. Dort aufzutreten, wäre für die jungen Leute ein Traum. Nicht ohne Grund lautet ihr Motto: Live spielt das Leben. Live auf der Bühne muss Markus dann auch nicht im Holzkasten sitzen. Die Kalendergirls bleiben dann aber im Gartenschuppen zurück.
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