Nordkurier.de

Für Asylbewerber wird noch eine Menge Platz gebraucht

Abgeschrieben: Das ehemalige Asylbewerberheim in Altstrelitz  FOTO: Susanne Schulz
Abgeschrieben: Das ehemalige Asylbewerberheim in Altstrelitz FOTO: Susanne Schulz

Von unserem Redaktionsmitglied
Paulina Jasmer

Fieberhaft sucht der Land- kreis Mecklenburgische Seenplatte nach Immobilien für die Unterbringung: Rund 200 Plätze fehlen. Die Stadt Neustrelitz ist als Standort derzeit nicht im Gespräch.

Seenplatte.Neustrelitz ist mit dem abrissreifen Wohnheim in der Hittenkoferstraße längst „aus dem Rennen“,Jürgenstorf mittlerweile ebenfalls. Derzeit allerdings steht der Landkreis Seenplatte vor einem Unterbringungsproblem für rund 200 zu erwartende Asylbewerber. Fieberhaft werden bis zu drei Immobilien gesucht; zumindest für eine könnte noch diese Woche ein Vertrag auf dem Tisch liegen, hofft die Verwaltung.
Wann die Asylbewerber eintreffen, ist noch unklar. Auch die Zahl 200 sei „keineswegs als feste Größe zu sehen“, erklärt Dezernent Manfred Peters. Es könnten auch 100 mehr oder 100 weniger sein. Fakt ist, der Landkreis muss 21 Prozent der nach Mecklenburg-Vorpommern kommenden Asylbewerber aufnehmen. Etwa 800 Menschen würden derzeit im Land erwartet, sagt Peters. Für sie gibt es derzeit nicht genügend Raum zum Leben, weil sich Gespräche mit Haus-Eigentümern hinziehen.
Im Gespräch über etwaige Immobilien befindet sich der Landkreis derzeit zum Beispiel mit der Neubrandenburger Wohnungsbaugesellschaft (Neuwoges), wie Geschäftsführer Frank Benischke bestätigt. Hergerichtete Zwei-, Drei- und Vierraum-Wohnungen mit ingesamt etwa 60 bis 70 Plätzen im Markscheiderweg am Rande der Viertorestadt, seien inzwischen bezogen, aber nur zu 85 Prozent ausgelastet. „Man muss beachten, welche Nationalitäten man gemeinsam unterbringt“, erklärt Peters im Hinblick auf Konfliktpotenziale zwischen beispielsweise Serben und Kroaten.
Dass vermehrt Asylbewerber nach Neubrandenburg kommen, hat unter anderem mit der Schließung der Unterkunft in Jürgenstorf (Altkreis Demmin) zu tun. Die Hälfte der zirka 250 dort lebenden Asylbewerber hätten schon ihre neuen Domizile bezogen, so der Dezernent. Die Option, Asylsuchende in Neustrelitz unterzubringen, sei „im Augenblick“ nicht im Gespräch. Am ehemaligen Asylbewerberheim in der Altstrelitzer Hittenkoferstraße ist das Land wegen zu hoher Sanierungskosten nicht mehr interessiert. Die Stadt hat daher die Rückübertragung beantragt, um das Gebäude abreißen zu können (der Nordkurier berichtete).
Wie der Landkreis das Immobilien-Problem lösen will, ist demnach noch offen. Es würden wahrscheinlich aber mehr Plätze gebraucht als bisher angenommen, meint Manfred Peters. Denn nicht alle Asylbewerber könnten womöglich gleich dezentral untergebracht werden. Einige verbleiben länger in einer gemeinsamen Unterkunft. Außerdem müssen die gesuchten Gebäude gewisse Auflagen erfüllen, wie zum Beispiel eine gute Erreichbarkeit zuständiger Behörden gewährleisten. Nicht in Frage kommt aus Peters’ Sicht die Unterbringungs-Variante, wie sie in Wolgast (Vorpommern-Greifswald) praktiziert wird: einen Wohnblock freizuziehen und extra herrichten zulassen.

Kontakt zur Autorin
p.jasmerqnordkurier.de

Mehr zu diesen Themen
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
Jetzt die Nordkurier App für Smartphone und Tablet installieren.
×