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Für die Wildberger Finanzen sieht’s trüb aus

Die Bushaltestelle am Abzweig Johannisthal ist marode und soll ersetzt werden.[KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns
Die Bushaltestelle am Abzweig Johannisthal ist marode und soll ersetzt werden.[KT_CREDIT] FOTO: A. Brauns

VonAnke Brauns

Den Wildbergern sind die Hände gebunden. Große Sprünge können sie sich nicht leisten. Aber kleine Hoffnungsschimmer gibt es.

Wildberg.„Wir haben keinen Einfluss. Wir geben kein Geld aus, rechnen hin und her, sind alle engagiert und es wird trotzdem alles nur noch schlimmer.“ Wildbergs Bürgermeisterin Beatrix Papke konnte während der Haushaltsdiskussion keine positiven Worte finden. Es gibt so viele Dinge, die die Gemeinde anpacken würde, von maroden Straßen bis zur Ausrüstung der Feuerwehr – aber nichts lässt sich verwirklichen.
Angesichts eines Lochs von gut 80 000 Euro im Ergebnishaushalt dieses Jahres hat die Kommune gerade mal 9800 Euro für Investitionen eingeplant. Ein Teil davon ist die restliche Finanzierung für einen im vergangenen Jahr angeschafften Rasentraktor. Die andere Investition wäre eine neue Bushaltestelle für Johannisthal. „Die ist total marode und da sind kleine Kinder“, begründete Beatrix Papke, warum ein Ersatz für die Holzhütte her muss.
Ob das aber drin ist, bleibt abzuwarten. Denn weil die Gemeinde einen nicht unerheblichen Kredit aufnehmen muss, um ihre Zahlungsfähigkeit zu sichern, ist der Etat genehmigungspflichtig, erklärte Kämmerin Birgit Furth. Die Bürgermeisterin verhängte deshalb gleich eine Haushaltssperre. „Da wir ohnehin nur Pflichtaufgaben erfüllen und das schon seit Jahren, haben wir mit einer Haushaltssperre kein Problem“, so Beatrix Papke. Als freiwillige Leistung haben sich die Wildberger eigentlich nur einen Zuschuss zum 100-jährigen Feuerwehrjubiläum geleistet. Zum großen Teil konnte das Fest durch Sponsorengelder finanziert werden (der Nordkurier berichtete).
2011 war der Wildberger Haushalt noch ausgeglichen, im vergangenen Jahr aber entstand schon ein Minus von mehr als 63 000 Euro. „Es sieht auch für die nächsten Jahre nicht gut aus“, so die Kämmerin. Die Fehlbeträge würden nach den jetzigen Berechnungen zwar geringfügig weniger werden, aber bis 2016 sei kein ausgeglichener Etat in Sicht. Es sei denn, es gebe einen Boom und plötzlich viel Gewerbesteuer „oder ein anderes Wunder“.

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a.brauns@nordkurier.de

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