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Gartenkulturen sind jetzt dicke da

Renate Reimer fühlt sich wohl in ihrem Kleingarten in der Anlage „Wiesenperle“. Nach dem langen Winter grünt und blüht es in der Parzelle in ganzer Pracht.  FOTO: khe
Renate Reimer fühlt sich wohl in ihrem Kleingarten in der Anlage „Wiesenperle“. Nach dem langen Winter grünt und blüht es in der Parzelle in ganzer Pracht. FOTO: khe

VonKarl-Heinz Engel

Der Regen dieser Tage kam recht. Es sprießt und gedeiht in den Kleingärten. Das erste Frühgemüse ist bereits geerntet.

Neubrandenburg.Renate Reimer ist zufrieden. Akelein, Azaleen und Trollblumen entfalten ihre Farbenpracht. Die Kartoffeln schießen ins Kraut, und die Erdbeeren haben angesetzt wie schon lange nicht mehr. Die Kulturen sind dicke da. So kann das Gartenjahr seinen Lauf nehmen. „Es ist alles gut nach dem langen Winter“, sagt die Rentnerin. Die Pflanzen haben den Wachstumsrückstand aufgeholt. „Zu Pfingsten gab es den ersten Rhababerkuchen, und Spinat haben wir auch schon gegessen“, erzählt Renate Reimer.
Seit 1974 bestellt sie einen Kleingarten zwischen Tollense und Ölmühlenbachmündung. Ringsum breiten sich weitere 100 Grundstücke aus. Sie alle gehören zum Verein „Wiesenperle“. „Anfang der 1970er-Jahre stand das Schilf hier mannshoch“, erklärt die passionierte Kleingärtnerin. Das zugewachsene Terrain urbar zu machen, erwies sich als Plackerei. Die Jahre danach habe sie sich aber ausgesprochen wohl gefühlt in der Anlage, auch wegen des nachbarschaftlichen Zusammenhalts.
Reichlich Blumen, Obst, Kräuter und Gemüse, Lohn des Gärtnerns, lieferte die Parzelle jedes Jahr bis weit in den Winter. „Natur- und Sonnengereiftes schmeckt eben besser“, sagt die Neubrandenburgerin. Vom Spargelanbau, dem edlen Maigemüse, habe sie damals aber abgesehen. Der Boden sei zu nass gewesen.
Nässe im Übermaß spielte den Kleingärtnern in der „Wiesenperle“ schließlich übel mit. So machte das Sommerhochwasser 2011 jegliche Errungenschaften zunichte. Kniehoch stand die Flut wochenlang auch in Renate Reimers Laube. Nichts sei mehr zu gebrauchen gewesen. Über ihre Ufer trat die Tollense schon öfter mal, doch der Sommer 2011 wuchs sich zu einer Katastrophe aus. Renate Reimer gab ihr Gartenstück auf und übernahm ein etwas höher gelegenes mit nicht gar so mooriger Bodenbeschaffenheit. Ein Rentnerpaar hatte sich hier altersbedingt zurückgezogen. 470Quadratmeter ist die Parzelle groß. Ausreichend für die Neubrandenburgerin und ihren Lebensgefährten. 2012 widmeten sie sich sodann vorwiegend der Neubestellung. Auf Spargel jedoch wurde erneut verzichtet. Dafür erscheint der Boden noch immer nicht trocken genug.
2013 nun will Renate Reimer in vollen Zügen genießen. Alles läuft nach Wunsch: Blumen in Vielfalt, saftiges Junggemüse, von allem etwas, kräftige Partytomatenpflanzen unter Glas und Folie... „Nun fehlt nur ein freundlicher, warmer Sommer“, meint die Neubrandenburgerin.

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