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Gegner: Biobauern bangen um Existenz

VonAnett Seidel

Ein Bio-Landwirt kämpft um seine Existenz, die Ramelower um Wohnqualität. Die Angst vor den Auswirkungen der geplanten Deponie geht um.

Friedland.„Aber das ist völlig in der Pampa. Ich würde ja sagen: Da sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Doch da gibt es noch nicht einmal Fuchs und Hase.“ Mit diesen Worten wird Jens Eckhoff, der in Ramelow (Stadt Friedland) eine Deponie plant, in der taz zitiert. Ein Zitat, das den Einwohnern schwer im Magen liegt und die Fronten zwischen Vorhabensträger und Deponiegegner verhärtet haben dürfte.
Beim Bauausschuss des Kreises machte die Bürger-
initiative auf ihre Bedenken aufmerksam. Bio-Landwirt Hans-Albrecht Witte hat zwei Ställe in der Umgebung und bewirtschaftet seit 20 Jahren Flächen. Er befürchtet, dass mit der Deponie die Abnehmer die Verträge mit ihm kündigen. Selbst für den konventionellen Betrieb in der Nähe dürfte es nicht verkaufsfördernd sein, wenn sie Flächen neben Asbestlagerstätten bewirtschaften.
„Wir liegen mitten in einem Vogelschutzgebiet“, führt der Landwirt und BUND-Mitglied an. Wollen Ramelower bauen, müssen sie deshalb viele Auflagen erfüllen. Wie sei das in Einklang mit der geplanten Deponie zu bringen, fragen sich die Gegner. Sie haben die Müllberge in Neverin vor Augen, wo der Betreiber in die Insolvenz ging und die Gemeinde auf dem Müll sitzen ließ. Fragen nach der Kontrolle durch die Behörden, werden laut. Aber auch Zweifel an der Notwendigkeit, wo doch in Rosenow eine Deponie betrieben wird, mit dem Kreis als Miteigentümer.
„Stoppt die Deponie in Ramelow“ haben sich die Mitglieder auf die Fahnen geschrieben. Die Angst vor Staubemission, Lärmbelästigung und erhöhtem Verkehrsaufkommen macht sich breit, betont Gründungsmitglied Bernd Wunderlich. „Es ist ein Skandal“, meint Gertrud Borkowski, Stadtvertreterin und Ramelowerin. Gesetze seien einzuhalten, aber „welche Rolle spielen Naturschutz und Gemeinwohl?“.

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