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Geradelt wird auch über Kopf

VonAnett Seidel

Ob gut ausgestattet auf dem Rennrad oder gemütlich mit dem bequemen Damenrad – beim Zweiradtag ist das egal, rund 170 Pedalritter jeder Art fahren gemeinsam um den See.

Neubrandenburg.Zwei Frauen in einer Person machen sich auf den Weg um den Tollensesee. Für Ilona Klimson ist die Teilnahme am Zweiradtag eine Premiere und dann auch noch eine Doppelte im wahrsten Wortsinne. Die Neubrandenburgerin ist im achten Monat schwanger und schwingt sich mit dem noch ungeborenen Mädchen in ihrem Bauch auf den Sattel. „Kein Problem“, meint die junge Frau. Mit Maik Neugebauer, Frank Peters und Karsten Hillmann an der Seite weiß sie sich in guten Händen. Und das Trio weiß wovon es redet. „Das ist ja keine Strecke“, winken die Radfahrer ab und verraten, dass sie im Jahr 2500 Kilometer hinter sich lassen. Der Keller dient im Winter als Trainingsstätte. „Da haben wir in diesem Jahr auch noch mal ein bisschen mehr als 1000 Kilometer gemacht.“ Wenn sie schnell fahren wollen, fahren die Radfahrer woanders, beim Zweiradtag genießen sie die gute Atmosphäre und gehören zum festen Stamm, der den See umrundet.
Rund 170 Fahrer haben sich am Sonnabend auf den Weg gemacht. Der älteste Teilnehmer ist 84 Jahre alt, der jüngste sechs Jahre, informiert Jana Meyer von der AOK.
Die AOK Nordost als Veranstalter hat den Nordkurier, den ADFC, die Stadt und die Werbegemeinschaft Innenstadt für diesen Tag mit ins Boot geholt. Dabei geht es nicht nur um die Radtour um den See. Die Fahrradhändler der Stadt präsentieren dabei ihre aktuellen Modelle auf dem Boulevard. Mut ist zudem in der Turmstraße gefragt. Dort hat die Altentreptower Eventagentur Zwergenfeier ihr riesiges Loopingrad aufgebaut. Hoch hinaus und über Kopf radeln dort Anja Zajicek und Christian Anders auf eine andere Art und Weise und haben jede Menge Spaß dabei, wie sie im Anschluss bestätigen.
Alle Hände voll zu tun gibt es beim Zweiradtag erfahrungsgemäß für die Polizei. „50 bis 60 Fahrräder codieren wir an solchen Tagen“, bestätigen die Beamten vor Ort. Eine lange Schlange hat sich an ihrem Stand gebildet. Tino Schuldt lässt sich die sichere Nummer in den Rahmen seines Rades gravieren. „Ich bin oft mit dem Fahrrad unterwegs“, so der Student an der Neubrandenburger Hochschule. „Wenn es den ganzen Tag an der Schule steht, ist es sicherer mit Codierung.“ Das bestätigt die Polizei. Erfahrungsgemäß werden weniger Fahrräder mit Code geklaut. Das schrecke Diebe ab, weil der Rahmen dank eingraviertem Code nicht mehr zu gebrauchen sei.
Mit dem traditionellen Zweiradtag wird der Fahrradfrühling in der Stadt eingeläutet. Die Fahrradfahrer trudeln nach Mittagsrast und schönen Ausblicken am Nachmittag wieder auf dem Boulevard ein. Wem nach den Strapazen noch das Glück hold ist, der darf sich über einen Gewinn bei der Tombola freuen.

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a.seidel@nordkurier.de

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