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Geständnisse oft erst durch Folter

Altentreptow.Der Köllner Ortschronist Helmut Quicker hat sich eines ziemlich gruseligen Themas angenommen: Hinrichtungen in früherer Zeit in Altentreptow. Grundlage sind Kirchenakten, aus denen der frühere Treptower Lehrer Wilhelm Witt berichtete. Einiges davon hat auch Eingang in die Köllner Dorfchronik gefunden. Hier kommt der letzte Teil.
„Auch nach damaligem Strafrecht konnte niemand verurteilt werden, der seine Schuld nicht eingestanden hatte. Ein Angeklagter, der dem Gericht seine Tat nicht gestehen wollte, wurde dem Scharfrichter übergeben. Der schreckte ihn zunächst durch das Vorlegen der Folterinstrumente. Blieb dies ohne Erfolg, begann die Tortur. Er wurde so lange gefoltert, bis er ein Geständnis ablegte. Fiel der Gefolterte in Ohnmacht, wurde er dem Stadtarzt übergeben und nach Möglichkeit geheilt, um alsdann einer schlimmeren Prozedur unterworfen zu werden. Die so Misshandelten gestanden oft alles, was man ihnen in den Mund legte oder legten Hand an sich, um ihren Peinigern zu entgehen. War auf das Schuldbekenntnis hin das Urteil gefällt, trat der Scharfrichter in seine eigentliche Tätigkeit. Die öffentliche Hinrichtung am Galgen, auf dem Rad, durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen usw. zog viele Schaulustige herbei. Der Präpositorius Flint hielt die Hinrichtungen detailliert fest.“hq

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