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Google gibt Wettbewerbshütern nach

VonAndrej Sokolow

Die EU-Kartellwächter haben Google in einem jahrelangen Verfahren offenbar deutliche Zugeständnisse bei der Anzeige von Suchergebnissen gemacht. Unter anderem sollen Links zu Konkurrenten künftig sichtbarer auftauchen.

Brüssel/Berlin. Google hat sich laut Medienberichten bereit erklärt, die Anzeige von Suchergebnissen auf Druck der EU-Wettbewerbshüter zu verändern. So sollen Links zu rivalisierenden Suchmaschinen prominenter angezeigt und die eigenen Angebote von Google klarer gekennzeichnet werden, berichtete am Wochenende nach der „Financial Times“ auch die
Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Das stehe in den Vorschlägen, die der Internet-Konzern der EU-Kommission gemacht habe, um ihre Wettbewerbsermittlungen beizulegen. Google reagierte auf den Bericht nur mit der Stellungnahme: „Wir arbeiten weiterhin kooperativ mit der Europäischen Kommission zusammen.“
Die Untersuchungen waren vor mehr als zwei Jahren von Google-Rivalen wie Microsoft und spezialisierten Suchmaschinen wie dem Reisedienst Expedia angestoßen worden. Sie beklagten sich, Google benachteilige ihre Angebote zugunsten eigener Dienste. Der Internet-Konzern konterte stets, man betreibe eine Suchmaschine für die Nutzer, nicht für Konkurrenten. Wenn man derzeit zum Beispiel nach Flügen sucht, zeigt Google unter den bezahlten Werbe-Links zunächst Informationen aus dem eigenen Bestand an. Die US-Kartellwächter sahen kein Fehlverhalten von Google. Die EU-Kommission dagegen forderte von Google Veränderungen mit Blick auf die dominierende Position bei der Internet-Suche. Die neuen Regeln sollen laut „Financial Times“ in Bereichen greifen, in denen Google Geld mit der Platzierung von Anzeigen im Umfeld von Suchergebnissen verdienen kann. Wenn es etwa um Treffer zu Restaurants geht, müsse es drei Links zu konkurrierenden Suchmaschinen
geben, hieß es. Die Regelungen sollen zunächst für fünf Jahre gelten. Der Suchalgorithmus von Google war von den Ermittlungen nicht betroffen.
Wenn die Vorschläge von Google angenommen werden, kann der Konzern die Ermittlungen mit freiwilligen Zugeständnissen beenden. Dies hatten die Rivalen für unzureichend erklärt. Sie starteten diese Woche in Brüssel eine weitere Attacke, die sich gegen das Google-Betriebssystem Android für Smartphones und Tablets richtet.

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