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Herzkranker Papagei in Freiheit entflogen

VonGerald Bahr

Mandy Ernst ist traurig. Ihr fehlt das „Hallo“, wenn sie nach Hause kommt. Ein Moment hat genügt, damit ihr Graupapagei Susi entwischen konnte.

Schönfeld.Brutus und Benny gehorchen aufs Wort. Seit dieser Woche hören sie aber nur noch auf Mandy Ernst. Kein „Brutus, komm her“ ertönt von Susi. Ihr Graupapagei sei besonders mit Dogge Brutus „dicke“. Susi ruft ihn und den Riesenschnauzer Benny gerne. Generell sorgt Wirbelwind Susi für Stimmung in der Wohnung von Mandy Ernst. Sie hat eine permanente Start- und Landeerlaubnis, der Käfig ist immer offen. Ein Papagei muss schließlich fliegen können, sagt Mandy Ernst mit bedrückter Stimme.
Denn erst kürzlich hat ein Moment der Unachtsamkeit gereicht: Susi fliegt wie jeden Tag durch die Wohnung. Eine Tür stand ein paar Sekunden lang offen. „So schnell konnte ich gar nicht reagieren“, sagt Mandy Ernst. Graupapagei Susi ist in die Freiheit geflogen. Die könnte ihr zum Verhängnis werden. Nicht nur weil Susi in der uckermärkischen Natur ein absoluter Exot ist. Sie leidet zudem an einer Herz-Störung. „Sie kommt schnell außer Atem, wenn sie fliegt“, erklärt Mandy Ernst. Bis vor Kurzem bekam Susi noch Medikamente gegen das Herzleiden. Die Sorge um ihre eineinhalb Jahre alte Susi steht ihr ins Gesicht geschrieben. „Wenn ich nach Hause komme, ist sie nicht mehr da. Das ist echt traurig.“ Das „Hallo“, wenn sie die Haustür öffnet, ist verstummt.
Ihre Dogge Brutus vermisst den Graupapagei genauso. Wie ein ungleiches Ehepaar klingt es, als Mandy Ernst die große, sechsjährige Dogge und den rund 25 Zentimeter großen Papagei beschreibt. „Susi ruht sich gerne auf Brutus aus“, erzählt sie. Besonders wenn Susi nach dem Flug außer Atem gekommen ist und Brutus in der Wohnung liegen sieht, landet sie gerne auf ihm. Und macht auf, beziehungsweise mit Brutus, den das nicht im geringsten juckt, ein Nickerchen. Riesenschnauzer Benny zeigt da mehr Respekt vor dem scharfen Schnabel des Graupapageien und hält einen würdevollen Abstand.
Susi, ein Geschenk ihres Ex-Mannes, ist nicht der erste Vogel, den Mandy Ernst hat. Zwei Wellensittiche habe sie zuvor gehabt, erzählt sie. „Die haben sich leider immer erschrocken, wenn Susi geflogen ist.“ Zusammengezuckt seien sie, Susi habe zu viel Wind gemacht. Ihre Wellensittiche sind deshalb bei Freunden im Dorf untergekommen. „So kann ich sie auch besuchen“, sagt Mandy Ernst.

Liebe Leser, wenn sie Graupapagei Susi sehen: Unter 0172 14 93 729 freut sich Mandy Ernst über jeden Hinweis. Die Prenzlauer Zeitung freut sich darüber natürlich genauso, unter 03984 86 47 38.

Kontakt zum Autor
g.bahr@nordkurier.de

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