Fortführung, Reduzierung oder sogar Schließung: Die Neubrandenburger Stadt- vertreter müssen im März über die Zukunft des Jugend- und Sozialzentrums entscheiden. Die Einrichtung greift derzeit ihre finanziellen Reserven an.
Neubrandenburg.Die Bemühungen um den Erhalt des Jugend- und Sozialzentrums Hinterste Mühle in Neubrandenburg gehen in die entscheidende Runde. In einer nichtöffentlichen Drucksache, die dem Nordkurier vorliegt, bekennt sich das Rathaus zum Erhalt „möglichst vieler Angebote“ am traditionsreichen Standort im Landschaftsschutzgebiet, der im vergangenen Jahr von rund 59 000 Gästen besucht worden war. Laut Beschlussvorschlag, der morgen erstmals dem Hauptausschuss der Stadtvertretung vorliegt, will das Rathaus den jährlichen Zuschuss für das Zentrum auf 200 000 Euro begrenzen, zuzüglich 46 000 Euro für die Pflichtaufgabe Tierhof. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt noch über ein halbe Million Euro in die Einrichtung gesteckt. Die Hinterste Mühle hat mit starkem finanziellem Gegenwind zu kämpfen, nachdem im September 2011 die Zuständigkeit für Sozialleistungen und die Jugendarbeit auf den Landkreis Mecklenburgsiche Seenplatte übergegangen war. Damit fehlen dem Zentrum jährlich knapp 300 000 Euro. Wie es in der Vorlage für die Abgeordneten weiter heißt, seien Verabredungen mit dem Landkreis über die Fortführung von Angeboten noch nicht zustande gekommen. Derzeit finanziere sich die Hinterste Mühle gGmbH, die unter anderem vier pädagogische Mitarbeiter, 12 geförderte „Bürgerarbeiter“ sowie Ein-Euro-Jobber beschäftigt, anteilig aus den Rücklagen in Höhe von insgesamt rund 700 000 Euro. Ohne das Angreifen der Reserven sei die Finanzierung in diesem Jahr schon nicht mehr gesichert, heißt es weiter. Die Verwaltung stellt den Abgeordneten, die am 22. März über die Zukunft der Hintersten Mühle abstimmen sollen, drei Szenarien zum Erhalt des Jugend- und Sozialzentrums vor, die von dessen Geschäftsführung ausgearbeitet worden sind. Unter den Varianten befindet sich auch eine Radikalkur mit einer Schließung der Einrichtung und des Schullandheims. Mit diesem Schnitt verbunden wäre auch die Entlassung aller Mitarbeiter. Die beiden anderen Szenarien sehen eine Fortführung unter „Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses“ beziehungsweise den Weiterbetrieb mit reduzierten Angeboten vor. In beiden Fällen würde jedoch der errechnete Zuschussbedarf bei über 300 000 Euro im Jahr liegen. Vorangetrieben werden sollen laut Vorschlag des Rathauses die Versuche, für Teile der Hintersten Mühle private Betreiber zu finden. Das betrifft sowohl den Betrieb des Pferdehofes sowie die Einrichtung einer „attraktiven Ausflugsgaststätte“. Für die Gastronomie soll laut Vorlage die bisherige Gaststätte aufgegeben und im Hauptgebäude angesiedelt werden. Erwogen wird darüber hinaus, das Tiergehege im Kulturpark zu schließen, das derzeit von der Hintersten Mühle betrieben wird. Im Feriendorf auf dem Gelände am Mühlenteich soll laut dem Papier die Auslastung verbessert werden. Vorgesehen sei die verstärkte Profilierung als Schullandheim. Der Landkreis habe die Absicht erklärt, dessen Nutzung durch Schulklassen aus der Seenplatte zu unterstützen. @!www.hinterste-muehle.de