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Hoffnung für Reimann-Haus

VonKarl-Heinz Engel

Gute Nachrichten für das Literaturzentrum in Neubrandenburg. Der Kulturausschuss hat sich für den Fortbestand der Einrichtung ausgesprochen.

Neubrandenburg.Das Brigitte-Reimann-Literaturhaus bleibt vielleicht doch erhalten. Der Kulturausschuss jedenfalls votierte auf seiner jüngsten Sitzung für den Weiterbetrieb der Kulturstätte. Und das ohne Gegenstimme. Erika Becker, der Leiterin, war die Erleichterung darüber anzumerken. Sie bangt seit Monaten um die Existenz des Hauses, das das Erbe der Schriftsteller Brigitte Reimann und Hans Fallada treuhänderisch verwaltet. Die Bestände gehören mehreren Eigentümern, darunter auch die Stadt Neubrandenburg. Mit Abschluss des HKB-Umbaus sollen aber alle stadteigenen Archivalien im dort entstehenden Zentralarchiv untergebracht werden. Die Dokumente, so die Konzeption, können im zentralen Archiv unter modernen Bedingungen gelagert und bearbeitet werden.
Das Literaturhaus sei jedoch nicht mit üblichen Archiven vergleichbar. „Wir sind nicht nur ein Gedenkort für Brigitte Reimann, die hier einige Jahre lebte und arbeitete, wir haben auch völlig andere Methoden der Recherche und Texterschließung“, erläuterte Erika Becker. Wird der städtische Teil ins HKB umgelagert, bedeutet das die Zerstückelung des in Jahrzehnten mühsam zusammengetragenen Autorenerbes und das Aus für das Literaturzentrum, machte die Hausleiterin den Ausschussmitgliedern klar.
Das Erbe der beiden Schriftsteller ist indes zunehmend Gegenstand von zum Teil internationalen Studien. „Doch wie kann man Forschungen betreiben, wenn ein Teil hier zu finden ist und ein anderer Teil dort“, fragte Erika Becker. Einsichtnahmen digital zu erleichtern, sei urheberrechtlich nicht möglich.
Ausschussvorsitzende Diana Kuhk (CDU) sprach sich in Anbetracht der Umstände für den Verbleib der städtischen Archivalien und damit für den Fortbestand des Literaturhauses aus. Vertraglich manifestiert werden soll das nicht wie bisher jährlich, sondern für drei Jahre. „Ich werde das auch meiner Fraktion empfehlen“, kündigte Diana Kuhk an.

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red-neubrandenburg@nordkurier.de

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