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Immer gleich zur Notaufnahme rennen?

In der Notaufnahme des Klinikums ist mitunter Geduld gefragt. Lange Wartezeiten sind offenbar die Regel.[KT_CREDIT] FOTO: Denny Kleindienst
In der Notaufnahme des Klinikums ist mitunter Geduld gefragt. Lange Wartezeiten sind offenbar die Regel.[KT_CREDIT] FOTO: Denny Kleindienst

VonDenny Kleindienst

Sieben Stunden musste eine 77-jährige Frau in der Neubrandenburger Notaufnahme warten, bis sie eine Diagnose erhielt. Der Fall wird in den sozialen Netzwerken heiß diskutiert.

Neubrandenburg.„Das Krankenhaus in Neubrandenburg ist ein No Go“, „Man kann eine 77-Jährige nicht so lange warten lassen“ und „Kein Einzefall ... Vor zwei Tagen selbst erlebt.“ Das sind einige der zahlreichen Kommentare, die auf Facebook zu dem Nordkurierartikel vom Sonnabend eingegangen sind. Darin ging es um eine 77-jährige Frau, die wegen eines Thromboseverdachts in die Notaufnahme des Neubrandenburger Klinikums gekommen war. Erst sieben Stunden später erhielt sie ihre Diagnose und konnte wieder gehen. Der Artikel löste eine hitzige Diskussion in dem sozialen Netzwerk aus. Dem Großteil der Kommentare ist zu entnehmen, dass vielen Hilfesuchenden überlange Wartzeiten in der Notaufnahme sehr wohl bekannt sind. Facebooknutzerin Heike Buhr nennt den Fall der 77-Jährigen sogar „typisch für das Klinikum“.
Andere versuchen die häufig harschen Kommentare zu relativieren. Sie mutmaßen über den Personalmangel im Krankenhaus und sehen darin einen wesentlichen Grund für die langen Wartezeiten. „Die Ärzte arbeiten nicht nur in der Ersten Hilfe, sondern auch auf den Stationen“, schreibt Anja Igel. Dagmar Siebert schlägt sich daher auf die Seite der Ärzte: „Die Leute, die dort arbeiten, tun ihr Bestes.“ Zudem wird die Vermutung geäußert, dass viele Hilfesuchende in der Notaufnahme schlicht falsch sind. So gebe es immer wieder Leute, die wegen Lappalien in der Notaufnahme sitzen, dort überhaupt nicht hingehören, schreibt Mar Cel auf Facebook. Er ist nicht allein mit dieser Meinung. „Es gibt am Wochenende auch Bereitschaftsdienst der Ärzte“, gibt Nicole Rathke zu bedenken. „Man muss nicht immer gleich zur Notaufnahme.“
Das Klinikum bestätigte, dass einige Patienten mit nur leichten Verletzungen besser die niedergelassenen Ärzte aufsuchen sollten. Untersucht würde aber jeder, der kommt. Einen Personalmangel gebe es nicht. Das Klinikum bekräftigte noch einmal, dass die medizinische Dringlichkeit die Behandlungsreihenfolge vorgibt.

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d.kleindienst@nordkurier.de

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