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Initialzündung für anderes Denken

Holm-Henning Freier, Chef der Neubrandenburger Stasiunterlagenbehörde, und der Teterower Stadtarchivar Frank Herholz [KT_CREDIT] FOTO: a. Segeth
Holm-Henning Freier, Chef der Neubrandenburger Stasiunterlagenbehörde, und der Teterower Stadtarchivar Frank Herholz [KT_CREDIT] FOTO: a. Segeth

Neubrandenburg.In und um Neubrandenburg hat es kaum Aktivitäten gegeben, die sich in den Volksaufstand des 17. Juni 1953 in der DDR einordnen lassen. Das wurde beim Tag der offenen Tür der hiesigen Stasiunterlagenbehörde deutlich, zu dem am Sonntag rund 170 interessierte Bürger erschienen waren. Allerdings berichtete der Teterower Stadtarchivar Frank Herholz bei einer Podiumsdiskussion von Unruhen in Teterow, die zufällig am gleichen Tag stattfanden, die allerdings nichts mit den Forderungen der Berliner Arbeiter zu tun hatten.
Die ehemalige Altentreptower Bürgermeisterin Sybille Kempf erzählte von der Stimmung und der Atmosphäre dieser Zeit, die sie teilweise als Kind miterlebt hat. Die Angst vor Bespitzelung sei bei ihren Eltern und Großeltern allgegenwärtig gewesen. Holm-Henning Freier, Leiter der Neubrandenburger Außenstelle der Stasiunterlagenbehörde, wies darauf hin, dass der 17. Juni 1953 bei den Menschen in der DDR etwas ausgelöst habe, auch wenn sie nicht direkt am Volksaufstand beteiligt waren. In vielen Familien habe plötzlich ein anderes Denken eingesetzt. Immerhin habe der Staat, der angeblich die Interessen der Arbeiter und Bauern vertrat, sich plötzlich gegen seine eigenen Arbeiter gewandt. Nicht umsonst hätten zwischen 1953 und 1961 mehr als drei Millionen Menschen die DDR verlassen.as

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