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Internet kann persönlichen Austausch nicht ersetzen

Regisseur und Schauspieler Benno Plassmann macht sich seit vielen Jahren für Kulturprojekte im Nordosten stark.  FOTO: Rainer Marten
Regisseur und Schauspieler Benno Plassmann macht sich seit vielen Jahren für Kulturprojekte im Nordosten stark. FOTO: Rainer Marten

Im Landkreis Vorpommern-
Greifswald wird sich am Sonnabend ein neuer Kunst- und Kulturrat gründen. Ralph Schipke wollte von Mit-Initiator Benno Plassmann erfahren, was es mit diesem neuen Rat auf sich hat.

Gibt es nicht bereits genug Organisationen für Kreative und Künstler und die Kulturförderung? Und dann ist da auch noch das Internet, über das man sich über weite Strecken bestens vernetzen kann.
Ja, es gibt Organisationen für Kreative und Künstler, ein bisschen auch in Vorpommern. Das sind aber in erster Linie Spartenverbände zum Beispiel für die Bildenden Künstler, oder die Theatermacher, die Bibliotheks- und Museumsverbände, und so weiter. Außerdem sind das meistens Verbände, die entweder landesweit oder bundesweit agieren.
Eine Selbstorganisation der Kunst- und Kulturschaffenden, die sich geographisch, sozial und thematisch auf unsere Region bezieht, gibt es bisher nicht. Aber genau hier, in unserer Region, gibt es so viel zu tun. Unser Potenzial soll da nicht fehlen.
Um Potenzial wirklich heben und einbringen zu können, ist das Internet als Hilfsmittel oft praktisch – aber der persönliche Kontakt, das direkte Vertrauen, die gegenseitige Motivation und der kreative oder analytische menschliche Austausch kann dadurch nicht ersetzt werden.

Wer sind die Mütter und
Väter des neuen Kunst- und Kulturrates?
Im Rahmen des Aktionsbündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ hatten wir darüber gesprochen, aber auch im Rahmen von Veranstaltungen der Zukunftswerkstatt des Landkreises (Regionale Entwicklungs- und Stabilisierungsinitiative, RESI), und des landesweiten Projekts „Die Kunst von Kunst zu leben“.
Aus einer Gesprächsrunde mit dem Kreistagspräsidenten Michael Sack im März dieses Jahres hat sich dann eine bunte Gruppe von Leuten gefunden, die bei der Vorbereitung mitgemacht haben: vom Literaturzentrum Vorpommern und dem Greifswalder St. Spiritus Kulturzentrum, Künstler von Schloss Bröllin bei Pasewalk, aus dem Kulturspeicher in Ueckermünde, Mitglieder des HOP deutsch-polnischen Touristiknetzwerks, welche vom Usedomer Kunstverein, aus der Nikolaikirche und dem DemokratieLaden in Anklam, und engagierte Einzelkünster wie Thomas Voltz oder Ute Gallmeister.

Wie entsteht der neue Rat konkret in Vorpommern?
Am 25. Mai, wenn das KuKuKa Festival in Anklam ist, treffen wir uns um 16 Uhr in der Nikolaikirche und gründen uns. Alle interessierten Kunst- und Kulturschaffenden aus der Region sind herzlich eingeladen, da mit dabei zu sein. Wir werden uns auf eine erste Struktur einigen, Adressen und Kontaktmöglichkeiten sammeln, die wichtigsten Themen benennen und ein paar Verantwortliche wählen, die anfangen, sich mit unser aller Unterstützung darum zu kümmern. Glücklicherweise wird auch Michael Körner, der Vorsitzende des Landeskulturbeirats Mecklenburg-Vorpommern, in Anklam sein. Der Landeskulturrat hat uns seine tatkräftige Unterstützung angeboten, beim Aufbau der Strukturen zu helfen.

Was verbindet Sie selbst mit Greifswald, Anklam, Usedom?
Als Regisseur und Schauspieler bin ich langjähriges Mitglied und auch Vorstandsvorsitzender von chloss röllin meine Verbindungen sind also eher im südlichen Teil des Kreises.
Aber ich bin auch seit vielen Jahren Mitglied im Trägerverein des DemokratieLadens Anklam, mit denen wir schon mehrmals sehr intensive Projekte gemacht haben, unter anderem auch auf Usedom. Durch meine Tätigkeit als Sprecher das Aktionsbündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ von Juli 2012 bis April 2013 habe ich jetzt sehr viele intensive Kontakte im ganzen Kreis.

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