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Investor sieht keine Gefahr, Bauer bangt um Existenz

VonAnett Seidel

Der Geldgeber der geplanten Deponie in Ramelow meint, dass die Gegner des Vor-
habens von falschen Tat-
sachen ausgehen.Ein Bio-
Landwirt kämpft um sein berufliches Überleben, die Ramelower um Wohnqualität.

Friedland.Seit Monaten wirbt die Güstrower Kies und Mörtel GmbH für die Errichtung einer Deponie Klasse I bei Ramelow. Noch ist nichts entschieden. Wann das eigentliche Genehmigungsverfahren beginnt, ist noch nicht klar. Jens Eckhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Güstrower Kies und Mörtel GmbH, nutzte jetzt die Gelegenheit, um beim Bauausschuss des Kreises das Vorhaben erneut vorzustellen.
Gemeinsam mit Andreas Buddenbohm von der Lagerstättengeologie GmbH in Neubrandenburg warb er für seine geplante Investition. In unmittelbarer Nähe Ramelows baut das Unternehmen schon jetzt Kies ab, hat Lehm für den Galenbecker See geliefert und eine Recyclinganlage für Bauschutt aufgestellt. Dazu soll jetzt eine Deponie Klasse I hinzukommen, so Jens Eckhoff. Mineralische Baustoffe sollen dort entsorgt werden. Dazu zählen Rost- und Kesselaschen, Abbruchabfälle, Dämmmaterial, aber auch asbesthaltige Baustoffe, zählt Fachmann Andreas Buddenbohm, der das Vorhaben begleitet, auf. Abfälle organischen Gehalts hätten in Ramelow nichts zu suchen. Die Asbestlagerung sei durch die Verpackung in so genannten Big Packs und entsprechende Abdichtungensicher. „Die geologischen Verhältnisse dafür sind in Ramelow günstig.“
Dabeisoll nicht der komplette Tagebau zur Deponie werden, sondern nur ein Teil. Mit 48000 Tonnen Bauschutt sei in Ramelow pro Jahr zu rechnen. Die Deponie ist für 25 Jahre beantragt. Danach werde sie abgeschlossen und begrünt. „Sie gehen von völlig falschen Tatsachen aus“, meinte Jens Eckhoff gegenüber den Mitgliedern der Ramelower Bürgerinitiative.

Bio-Landwirt verweist
auf Vogelschutzgebiet
BeimAusschuss machte jedoch die Bürgerinitiative auch auf ihre Bedenken aufmerksam. Bio-Landwirt Hans-Albrecht Witte hat zwei Ställe in der Umgebung und bewirtschaftet seit 20 Jahren Flächen. Er befürchtet, dass mit der Deponie die Abnehmer die Verträge mit ihm kündigen. „Wir liegen mitten in einem Vogelschutzgebiet“, führt der Landwirt und BUND-Mitglied an. Wollen Ramelower bauen, müssen sie deshalb viele Auflagen erfüllen. Wie sei das in Einklang mit der geplanten Deponie zu bringen, fragen sich die Gegner. Fragen nach der Kontrolle durch die Behörden, werden laut. Aber auch Zweifel an der Notwendigkeit, wo doch in Rosenow eine Deponie betrieben wird, mit dem Kreis als Miteigentümer.
Zudem dürfte ein Zitat in der Tageszeitung taz für verhärtete Fronten gesorgt haben. „Aber das ist völlig in der Pampa. Ich würde ja sagen: Da sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht. Doch da gibt es noch nicht einmal Fuchs und Hase“, hatte die taz Jens Eckhoff zitiert.

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