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Irischer Botschafter Mulhall sorgt für spannenden Abend

Jürgen Lippold (M.), Vorsitzender der Europa-Union des Landes, und Stadtpräsident Günter Rühs (CDU) bedankten sich bei Dan Mulhall (l.) für seinen Vortrag. Danach hatte ihn das Präsidium der Stadtvertretung noch zu einem kleinen Empfang eingeladen. [KT_CREDIT] FOTO: A. Segeth
Jürgen Lippold (M.), Vorsitzender der Europa-Union des Landes, und Stadtpräsident Günter Rühs (CDU) bedankten sich bei Dan Mulhall (l.) für seinen Vortrag. Danach hatte ihn das Präsidium der Stadtvertretung noch zu einem kleinen Empfang eingeladen. [KT_CREDIT] FOTO: A. Segeth

Neubrandenburg.Zwei ebenso unterhaltsame wie informative Stunden erlebten rund 50 Neubrandenburger am Mittwochabend, als der irische Botschafter Dan Mulhall im Hotel am Ring zu Gast war. Die hiesige Europa-Union hatte ihn eingeladen, um mit ihm über aktuelle Aspekte der Europapolitik zu sprechen. Anlass war die momentane EU-Ratspräsidentschaft Irlands. Dan Mulhall erwies sich als ergiebiger Gesprächspartner, der gescheit und amüsant über Irland, Europa und seine Erfahrungen in Deutschland zu berichten wusste. Interessant für die Gäste waren vor allem Parallelen zwischen Irland und Mecklenburg-Vorpommern. So hatte auch Irland mit gewaltiger Abwanderung zu kämpfen: Zwischen 1840 und 1960 hat sich die Bevölkerung dort halbiert. Seitdem stieg sie aber wieder von unter drei Millionen auf heute 4,6 Millionen Einwohner.
Bei allen vorhandenen Problemen habe Irland von Europa doch gewaltig profitieren können, sagte Dan Mulhall. Dennoch warnte er vor allzu großer Vereinheitlichung – man könne nicht alles über einen Kamm scheren, man müsse zwischen europäischen, nationalen und regionalen Ebenen unterscheiden. Eine europaweite Privatisierung des Wassers beispielsweise lehnte er ab.
Dan Mulhall sprach sich auch für eine wichtigere Rolle der nationalen Parlamente aus. Diese hätten das Vertrauen ihrer Völker – das Europaparlament hingegen noch nicht. Diese Realität sollte man akzeptieren. Dennoch müsse man weiter an der Frage arbeiten, wie man die demokratische Legitimation Europas stärken könnte.as

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