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Jämmerliches Dasein hat ein Ende

Bürgermeister Klaus Hinz und Donata von Klinggräff vom Förderverein halten am Freitag die Türen der Trauerhalle offen. Alles ist neu. Der Förderverein hat die Stühle bezahlt.  FOTOS: a. Seidel
Bürgermeister Klaus Hinz und Donata von Klinggräff vom Förderverein halten am Freitag die Türen der Trauerhalle offen. Alles ist neu. Der Förderverein hat die Stühle bezahlt. FOTOS: a. Seidel

Von unserem RedaktionsmitgliedAnett Seidel

Die Chemnitzer Trauerhalle konnte ein Jahrzehnt lang nicht genutzt werden. Nun ist das Trauerspiel um das Gebäude beendet. Am Freitag sind die Türen für alle Interessenten geöffnet.

Chemnitz.Mehrmals bekamen die Chemnitzer eine Abfuhr. Von der ersten Antragstellung auf Fördermittel bis jetzt sind mindestens sechs Jahre vergangen. Doch nun hat das Trauerspiel um die Trauerhalle doch noch ein gutes Ende genommen. Fortan können Trauerfeiern wieder in Chemnitz stattfinden.
In den 60er oder auch 70er Jahren ist das Häuschen in unmittelbarer Nachbarschaft der Kirche entstanden. Trauerfeiern fanden seitdem dort statt. Aber seit etwa einem Jahrzehnt fristet das Haus ein jämmerliches Dasein.Klaus Hinz, Bürgermeister von Chemnitz (Gemeinde Blankenhof), bezeichnet den Zustand rückwirkend sogar als menschenunwürdig.Es fehlte aber das Geld, um etwas daran zu ändern. Es soll sogar Fälle gegeben haben, da wurde der Tote im Sarg zur Trauerfeier mehrere Kilometer durch die Gegend gefahren, um anschließend in Chemnitz unter die Erde zu kommen. Bis zum Sommer. Dann wurden plötzlich Fördermittel für die Sanierung in Aussicht gestellt, erinnert sich das Gemeindeoberhaupt. Eile war fortan geboten, denn bis 1. November musste alles fertig sein.
Planung und Ausschreibung lagen innerhalb kürzester Zeit auf dem Tisch. „Die Baufirmen haben sich ins Zeug gelegt“, bestätigt auch Donata von Klinggräff vom Förderverein Dorf und Kirche Chemnitz. Jetzt ist das Dach komplett neu gedeckt. Der Anbau im Eingangsbereich wurde größer, es gibt Licht und Strom und die Fenster wurden neu verglast. Der Weg zur Kirche wurde zudem neu gepflastert.
Rund 70 000 Euro wurden in die Trauerhalle investiert. 43 000 Euro kamen aus dem Leader-Fördertopf, den Rest hat die Gemeinde zugesteuert. Der Förderverein Dorf und Kirche Chemnitz hat für die Stühle gesorgt.
Bisher fand noch keine Trauerfeier in dem kleinen und jetzt auch feinen Haus in Chemnitz statt. Am Freitag besteht die Möglichkeit, sich die Trauerhalle anzusehen. Von 15 bis 17 Uhr sind die Türen für alle Interessenten an diesem Tag geöffnet.

Kontakt zum Autor:
a.seidel@nordkurier.de

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