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Jugend fiebert H&M-Konsumtempel entgegen

Legendäre Feten im Kulturpalast. Volle Hütte beim Fasching in der Ausstellungshalle des HKB 1970.  FOTO: privat
Legendäre Feten im Kulturpalast. Volle Hütte beim Fasching in der Ausstellungshalle des HKB 1970. FOTO: privat

Kaum zu glauben, aber schon in einem halben Jahr will die Modekette im ehemaligen Saal Klamotten verkaufen.

Neubrandenburg.Frank Benischke, Chef der Neubrandenburger Wohnungsgesellschaft (Neuwoges), erinnert sich gut an das erste Gespräch zur HKB-Sanierung im Jahr 2000. Der Oberbürgermeister seinerzeit war Gerd zu Jeddeloh. Zwölf Jahre sollte es dauern, ehe die ersten Handwerker anrückten. Dazwischen lagen teils quälende Diskussionen um den Sinnt einer Tiefgarage, die Verabschiedung vom Medienzentrum, das Abspecken zu teurer Varianten, ein Streit mit der Ex-Stadtarchitektin Iris Grund um Urheberrechte. Benischke könnte weit mehr alte Diskussionspunkte aufzählen.
Es gibt allerdings auch genügend aktuelle. Beispielsweise mit dem Denkmalschutz, genießt das Ensemble doch Bestandschutz. Im Container von Bauleiter Martin Birkner hängen viele Zeichnungen. An Fenstern und der Fassade sind etliche rote Kreise zu sehen. Alles Streitpunkte mit dem Landesamt für Denkmalpflege. Aktuell geht’s um die Verglasung der Aussichtsplattform. Der Denkmalschutz ist dagegen, weil es das Element im Original nicht gab. Der Bauherr will eine Glaswand, um Flaschenwürfe zu verhindern. Bauminister Harry Glawe (CDU) hat das letzte Wort.
Allerdings dürften sich die Denkmalschützer nicht beklagen. Ein nicht geringer Teil derInvestitionenssumme von 30 Millionen Euro fließt in die Bewahrung beziehungsweise Wiederherstellung des Originalzustands. Nicht nur die Fassade wird erhalten, auch der Lesepilz auf der Bibliothek wird originalgetreu wieder aufgebaut. Die Fenster erhalten das gleiche Grün wie zur Einweihung 1965 – im Gegensatz zu einer Modernisierung in den 1980-er Jahren, sagt Birkner. „Wir gehen jetzt wieder von Mai- auf Flaschengrün samt Wärme- und Sonnenschutz.“
Die Zeit ist aktuell das wertvollste Gut. H&M will das Weihnachtsgeschäft 2013 mitnehmen, bereits im September rücken die Innenausbau-Firmen des Mode-Riesens an, um die 2000 Quadratmeter Verkaufsfläche herzurichten. Ende des Jahres soll auch der Turm fertig sein, für den Büro-Mieter gesucht werden. Hier hinken die Firmen allerdings knapp acht Wochen hinterher. Der Zustand der Stahlhalterungen für die Fensterteile sei „kritischer als gedacht“, sagt Bauleiter Martin Birkner. Im Herbst 2014 soll dann der gesamte Komplex übergeben werden – samt der neuen Kongress-Säle und den modernisierten Bibliotheksräumen.wil

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