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Katzenhüterin lässt Stubentiger schnurren

Anika Engelbrecht hat sich mit einer ungewöhnlichen Idee ein zweites Standbein verschafft. Sie hütet Katzen.
Anika Engelbrecht hat sich mit einer ungewöhnlichen Idee ein zweites Standbein verschafft. Sie hütet Katzen.

„Diese Woche kümmere ich mich um eine echte Diva“, sagt Anika Engelbrecht und nimmt einen eleganten Zug aus ihrer Mentholzigarette. Die 26-Jährige trägt ein eng anliegendes schwarzes Outfit. Die Augenbrauen sind schwarz nachgezeichnet, die Lippen knallrot angemalt. Beinahe katzenhaft wirkt die Medizinisch Technische Angestellte. Um ihre Beine kreist Flora, eine von zwei Stubentigerdamen, die bei Anika Engelbrecht wohnen. Dass sie eine besondere Beziehung zu Katzen aufbauen kann, merkt man schnell.

Fünf Katzen hat die gebürtige Warenerin schon gehabt. Mit den eigenwilligen Tieren stellte sich aber immer das Problem, wohin,wenn sie in den Urlaub will. „Ich habe mir Tierpensionen hier in der Gegend angeschaut. Einerseits kann man sich aber nicht sicher sein, ob alle Katzen dort auch wirklich geimpft sind. Andererseits haben meine Katzen schon beim Tierarztbesuch Theater gemacht“, erzählt Anika Engelbrecht.
Aus der Not hat sie eine Geschäftsidee entwickelt und einen Catsitting-Service gegründet. „Ich dachte mir, wenn es mobile Friseure gibt, dann kann ich doch auch eine mobile Betreuung anbieten“, sagt die Unternehmerin. Knapp ein Jahr ist sie jetzt nebenberuflich am Markt und hat sich schon einen kleinen Kreis an Stammkunden aufgebaut. Jetzt, wo die Ferienzeit ansteht, wird ihr Telefon mit Sicherheit wieder öfter klingeln.

Bevor sie sich die Wohnungsschlüssel geben lässt, trifft sich Anika Engelbrecht mit den Tierbesitzern zu einem kurzen Kennenlerngespräch, denn schließlich ist es eine Sache des Vertrauens, eine fremde Person in die Wohnung zu lassen. Je nach Vereinbarung schaut sie einmal oder zweimal am Tag vorbei, füttert und spielt mit den Katzen und gießt auf Wunsch auch Blumen, leert den Briefkasten und saugt Staub. Zu den Kunden gehören auch viele junge Neubrandenburger, die Lebenspartner in anderen Städten haben und für das Wochenende einen Catsitter brauchen. Ab drei Tagen geht Anika Engelbrecht mit ihrem Stundensatz auch runter. Der bisher längste Auftrag waren zehn Tage. Für zerstörte Blumentöpfe oder zerkratzte Tapeten, das Standardreportoire von Stubentigern, übernimmt sie natürlich keine Haftung. „Darauf stellt sich aber jeder Besitzer ein“, spricht sie aus Erfahrung.

Anika Engelbrecht ist unter 0173/3169453 zu erreichen. Ihre Homepage lautet www.catsitting-nb.de

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