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Kinder schwer an den „Haken“ zu kriegen

Etwa 35 Vereinsmitglieder kamen zum Anangeln an die Tollense. [KT_CREDIT] FOTOS (2): D. Böttcher
Etwa 35 Vereinsmitglieder kamen zum Anangeln an die Tollense. [KT_CREDIT] FOTOS (2): D. Böttcher

VonAnke Brauns

Mit Nachwuchs sieht es schlecht aus in den meisten Angelvereinen. Die bemühen sich durchaus – wie in Altentreptow oder Groß Teetzleben – um die Kinder.

Altentreptow/Groß Teetzleben.Mit einer Kinder-Angelaktion hat der Angelsportverein Teetzleben gerade um mehr Nachwuchs geworben. Und auch die Ortsgruppe Altentreptow des Regionalanglerverbandes bot beim alljährlichen Anangeln am Jungfernstieg Kindern, die nicht im Verein sind, einen Platz in der Reihe an. Rund 35 der über 200 Vereinsmitglieder hatten sich eingefunden, sagt der stellvertretende Vorsitzende Dirk Böttcher. Unter den vielen Mitgliedern sind allerdings nur wenige Kinder. Mit dem Nachwuchs sei demnächst auch eine Kanutour geplant, erzählt er. Das Bemühen um junge Mitstreiter hat jedoch kaum Erfolg. Von den 14 Vereinen des Regionalanglerverbandes (RAV) waren 2011 zwei ohne Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre, im vergangenen Jahr waren es schon vier, so RAV-Vorsitzender Burkhard Brüser.
Von den etwa 830 Mitgliedern der Vereine seien rund 40 Kinder. „Wir hatten mal weitaus mehr, die Tendenz ist weiter rückläufig, obwohl wir 2012 insgesamt seit langem wieder einen leichten Anstieg bei den Mitgliederzahlen hatten“, sagt Brüser. Da Kinder einen geringeren Beitrag zahlen, sei das Hobby erschwinglich. Aber es gebe eben viele Vereine, die um die Kinder und Jugendlichen „kämpfen“, oft schon in frühem Alter. Brüser verspricht sich auch keinen größeren Zulauf von der geplanten Änderung des Landes-Fischereigesetzes, nach der die Fischereischeinpflicht von 10 auf 14 Jahre angehoben werden soll (Nordkurier berichtete). Dann werbe man ja noch später um den Nachwuchs, der dann oft schon in anderen Vereinen aktiv sei. Auch inhaltlich hat der Vorsitzende Bedenken. „Eine Ausbildung muss sein“, findet er. Knackpunkt sei nur die Prüfung. Aus seiner Sicht müsste sie für Kinder nicht so schwierig und umfangreich sein.
Dass das Angeln für den Nachwuchs aber durchaus ein attraktives Hobby sein kann, beweist Jonas Griesbach, der beim Anangeln des Treptower Vereins wieder Bester bei den Kindern wurde. „Wie fast immer“, sagt Dirk Böttcher. Bester Angler wurde Wilfried Kapschitzki, beste Anglerin Doris Oehlke. Die Teilnehmer holten hauptsächlich Friedfische wie Plötz, Blei und Ukelei aus dem Wasser. „Die Fische bringen wir immer zum Verfüttern zum Naturerlebnispark Mühlenhagen“, so Böttcher.

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