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Kita-Alarm: Eltern müssen fehlende Konzepte ausbaden

VonFrank Wilhelm

Viele Mitarbeiterinnen
in den Kindergärten inBrandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Besonders in
der Uckermark ist der Altersdurchschnitt hoch.

Prenzlau/Neubrandenburg.Gerade in den Kitas zwischen Prenzlau und Schwedt wird der Aderlass bei den Erzieherinnen am höchsten ausfallen, wie Zahlen des Brandenburger Bildungsministeriums zeigen.So sind in der Uckermark 27,2Prozent aller Erzieherinnen älter als 55 Jahre – der Spitzenwert im Bundesland. Auch in den Kreisen Ostprignitz-Ruppin (26,6 Prozent) und Spree-Neiße (26,5) liegt der Anteil der über 55-jährigen Erzieherinnen deutlich über dem Landesdurchschnitt von 20,8 Prozent.
Trotzdem ist man im Potsdamer Bildungsministerium optimistisch, auf der Basis der Ausbildungskapazitäten an Fachschulen und Hochschulen auch künftig „alle Stellen besetzen“ zu können, sagt Ministeriums-Sprecher Stephan Breiding. Zudem gebe es viele Teilzeitkräften.
Demgegenüber fehlen in Mecklenburg-Vorpommern bald Erzieherinnen, um den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Krippenplatz abzudecken, sagt die Linksfraktion im Schweriner Landtag. In den kommenden Jahren werden HunderteErzieherinnen in den Ruhestand gehen, ohne dass es ausreichend Ersatz gebe, erklärt die kinderpolitische Sprecherin Jacqueline Bernhardt. „Bereits heute können vereinzelt Stellen nicht besetzt werden“, sagt Bernhardt. Die Landesregierung habe wertvolle Jahre ungenutzt verstreichen lassen, ohne die Ausbildungskapazitäten aufzustocken.
Mit konkreten Zahlen kann das Schweriner Bildungsministerium nicht kontern. Schulterzucken im Ministerium auf die Frage, ob man für den starken Aderlass der Zukunft gewappnet sei.
Indes haben sich die
Hochschulen von Träumen verabschieden müssen, mindestens 50 Prozent Kindheitspädagogen mit einem Studienabschluss in den Kitas zu integrieren. Deutschlandweit gebe es in den Einrichtungen gerade mal sieben Prozent Kindheitspädagogen, sagt Marion Musiol, die „Early Education“ an der Hochschule Neubrandenburg lehrt.

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f.wilhelm@nordkurier.de

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