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Kleine Lichtblicke bei schwieriger Jobsuche

Thomas Stedtler (l.), Niederlassungsleiter einer Zeitarbeitsfirma, gehört zu den sieben Arbeitgebern, die an den Aktionstagen des Jobcenters teilnehmen. Im Bild ist er im Gespräch mit Inge Rehländer (Mitte) und Jobcenter-Mitarbeiterin Marion Kühn. [KT_CREDIT] FOTO: P. Jasmer
Thomas Stedtler (l.), Niederlassungsleiter einer Zeitarbeitsfirma, gehört zu den sieben Arbeitgebern, die an den Aktionstagen des Jobcenters teilnehmen. Im Bild ist er im Gespräch mit Inge Rehländer (Mitte) und Jobcenter-Mitarbeiterin Marion Kühn. [KT_CREDIT] FOTO: P. Jasmer

VonPaulina Jasmer

Erhard Schütz und Inge Rehländer sind zwei der
40 Arbeitssuchenden, die die Chance der Jobcenter-Aktionstage zum Thema Zeitarbeit nutzen. Aber die Situation auf dem Arbeitsmarkt gestaltet sich für sie schwierig.

Neubrandenburg.Erhard Schütz hat das „Vagabundenleben“ satt. Der Schlosser und Fliesenleger aus Neubrandenburg hat in Österreich und Holland gearbeitet. Der 53-Jährige möchte nun wieder in der Viertorestadt dauerhaft Fuß fassen. Seit Dezember 2012 sucht er Arbeit.
„Das Alter macht es mir schwer“, schätzt er ein. Viele Arbeitgeber würden nach jungen Leuten Ausschau halten. Aber Erhard Schütz will nicht rasten und weiter nach einer Beschäftigung suchen. So komen ihm auch die zwei Aktionstage, die das Vier-Tore-Jobcenter organisiert hat, gerade recht. Zum Thema Zeitarbeit werden Arbeitgeber und potenzielle Arbeitnehmer zusammengeführt, um sich kennenzulernen und daraus eventuell ein neues Beschäftigungsverhältnis entstehen zu lassen.
Thomas Stedtler, Niederlassungsleiter der Firma Stüdemann Personal Service GmbH, begrüßt dieses Engagement. Er sucht für das Unternehmen Elektroinstallateure und Heizungsbauer. Arbeiten zu können und zu wollen, auch kurzfristig und nur für einen begrenzten Zeitraum, seien dabei Grundvoraussetzungen, erklärt er. In den Gesprächen habe es durchaus Anwärter gegeben, mit denen man kurz vor dem Vertragsabschluss stehe. Bei anderen müsse man sehen, wie die Auftragslage ist, sagt Thomas Stedtler.
Große Versprechen können die Aktionstage aber auch für Erhard Schütz nicht bieten. Das weiß er, wenn er hört, dass man sich bei ihm melden wolle.
Auch Inge Rehländer hört diesen Satz und sie zuckt mit den Schultern. Ob das für die Zukunft etwas Festes bringt in Sachen Arbeit, weiß sie jetzt noch nicht. „Aber ich habe mich in Erinnerung gebracht“, sagt die 60-Jährige aus Passentin, die seit Januar 2013 Arbeit sucht. Drei Jahre muss sie noch arbeiten. Enkelkinder, Haustiere, Grundstück und Garten hat sie, aber sie möchte auf diese Annehmlichkeiten noch nicht ihre ganze Zeit verwenden, sondern noch weiter Geld verdienen. Aber so viele Chancen bietet ihr der regionale Arbeitsmarkt nicht, wie die gelernte technische Zeichnerin, die in den letzten Jahren in einem Vermessungsbüro arbeitete, festgestellt hat.
Andreas Wegner, Geschäftsführer des Jobcenters, bewertet die Aktionstage positiv. Fast alle der 40 Bewerber seien gekommen. Und durch Rückmeldung der sieben Arbeitgeber weiß er, dass auch sechs Arbeitgeber jeweils zwei Arbeitnehmer gefunden haben, mit denen in den kommenden Wochen Verträge abgeschlossen werden sollen.
In der kommenden Woche, am 23. und 24. April, finden erneut Aktionstage statt. Dieses Mal geht es um die Branche der Callcenter. Anmeldungen sind unter Telefon 0395 7664097 möglich.

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p.jasmer@nordkurier.de

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