Das Konzept soll dafür sorgen, dass auch in benachteiligten Gebieten Radlerpisten entstehen können.
Neubrandenburg/Waren.Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte will die Finanzierung von Ausbau und Unterhaltung der Radwege komplett in eigene Regie übernehmen. Die Entscheidung dazu soll auf der nächsten Sitzung des Kreistages am 19. März gefällt werden. Mit eingeschlossen seien darin auch die Kosten für die Ausschilderung oder Marketingmaßnahmen, sagte Axel Müller, amtierender Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung. Als Vorbild diene die bewährte Regelung aus dem Altkreis Müritz. Hier sei ein Radwegekonzept für den gesamten Kreis erarbeitet und unter dessen Federführung umgesetzt worden. Amtsleiter Müller wies vor dem Wirtschaftsausschuss des Kreistages auf einen Unterschied zum ehemaligen Müritz-Kreis hin. Dort seien die betroffenen Städte und Gemeinden zur Hälfte zur Finanzierung der Kosten herangezogen worden, die nach Abzug von Fördermitteln übrig geblieben seien. In der Seenplaltte werde auf diese finanzielle Beteiligung verzichtet. „Dann können auch in Ecken Ortsverbindungen gebaut oder Lückenschlüsse vorgenommen werden, die nicht von überregionalen oder regionalen Radwegen berührt werden“, erklärte er. So kämen auch wirtschaftlich benachteiligte Gebiete in den Genuss von Radwegen, die sonst keine Chance auf Fördermittel hätten. Laut Vorlage für den Kreistag will das Landratsamt in diesem Jahr knapp 1,3 Millionen Euro an Eigenmitteln für Neubau und Erhalt von Radwegen ausgeben. Insgesamt stehe ein Betrag von 4,6 Millionen Euro zur Verfügung. Der Radtourismus sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis. Allerdings entspreche die Qualität der Radwege oft nicht den Wünschen der Gäste und den Anforderungen an hochwertige Fahrbahnen. Das zur Abstimmung gestellte Finanzierungskonzept, das vom Wirtschaftsausschuss bestätigt wurde, werde durch ein Radwegenetz der Seenplatte vervollständigt, das durch den Landkreis in Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden ausgewiesen werden soll. Derzeit seien alle Kommunen aufgerufen, ihre Wünsche anzumelden, sagte Müller. Dem werde sich die Ausarbeitung einer Prioritätenliste zum Ausbau der Radwege anschließen, die ab 2013 über einen längeren Zeitraum Gültigkeit besitze. Auf deren Grundlage würden die einzelne Abschnitte, entsprechend ihres Planungsstandes ausgebaut.