Kostenlose Beratung in Lebenskrisen

Kreative Pause im Innenhof der Hochschule Neubrandenburg. Professor Robert Northoff (4.v.l.) und die angehenden Berater des Projektes HEL.P. [KT_CREDIT] FOTO: A. Wegwerth
Kreative Pause im Innenhof der Hochschule Neubrandenburg. Professor Robert Northoff (4.v.l.) und die angehenden Berater des Projektes HEL.P. [KT_CREDIT] FOTO: A. Wegwerth

VonAntje Wegwerth

Das Hochschulprojekt HEL.P bietet kostenlose Sozial-
beratung für Menschen aus dem Landkreis. Zum Beispiel bei der Beantragung einer Pflegestufe oder von Arbeitslosengeld, bei Konflikten in der Familie und Fragen der Erziehung oder bei Sucht.

Neubrandenburg.Wenn die Frühpädagoginnen und Sozialarbeiter ihren zusätzlichen Beratungs-Masterstudiengang an der Hochschule Neubrandenburg abgeschlossen haben, werden sie Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen professionell mit Rat und Tat zur Seite stehen. Etwa, wenn es darum geht, eine Pflegestufe für einen Angehörigen zu beantragen, wenn es in der Ehe kriselt und eine Paarberatung helfen könnte, wenn eine Mutter mit ihrem schreienden Kleinkind nicht mehr weiter weiß oder ein Jugendlicher Schutz vor seinen misshandelnden Eltern sucht.
Die Kompetenz der angehenden Beraterinnen und Berater, die alle schon einen Bachelor-Abschluss in der Tasche haben, sei inzwischen so groß, dass sie jetzt loslegen könnten, schätzt ihr Professor Robert Northoff ein. Deshalb hat er mit ihnen das Projekt „HEL.P“ (zu deutsch Hilfe) ins Leben gerufen, eine Beratungs- und Anlaufstelle für Ratsuchende.
„Der Beratungs- und Hilfebedarf im Raum Neubrandenburg kann kaum gedeckt werden, das sehen wir unter anderem daran, dass die Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz ein Jahr bis eineinhalb Jahre betragen kann. Wir können natürlich keine Therapie ersetzen und das wollen wir auch gar nicht“, sagt Northoff. „Aber wir können zum Beispiel im Vorfeld und bei der Nachsorge ganz konkret weiterhelfen.“
Phil Görs hat sich zum Beispiel auf Suchtverhalten spezialisiert. „Wir bieten eine kostenlose und auf Wunsch anonyme Beratung an, viele Betroffene schätzen das“, berichtet er. Sein zweites Spezialgebiet sind die behördlichen, sozialen und psychischen Probleme, die Arbeitslosigkeit mit sich bringt. Wenn hier schnell Hilfe bei der Beantragung von Arbeitslosengeld oder bei der Wiedereingliederung in einen neuen Job geleistet wird, sei auch die psychische Belastung weniger groß, erklärt er. Dabei wolle er helfen.
Seine Kommilitonin Susann Saß ist Frühpädagogin und berät Eltern bei der Kindererziehung, aber auch Jugendliche, Erzieher oder Tagesmütter. Weitere Sozialarbeiter in diesem Projekt haben sich auf die Probleme von Senioren spezialisiert. Das umfasst behördliche Hilfe, aber auch Hilfe bei der Auseinandersetzung mit schwerer Krankheit und Tod.
Die Lebensberatung im Rahmen dieses Hochschulprojektes ist kostenlos und richtet sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Die Gespräche werden von den Studierenden des Masterstudienganges geführt und auf Wunsch anonym behandelt.
Die offene Sprechstunde findet immer montags bis donnerstags von 16 bis 18 Uhr statt. Der Beratungsraum befindet sich in der Neubrandenburger Hochschule, Brodaer Straße 2, erstes Obergeschoss (mit Fahrstuhl), Zimmer 248. Weitere Informationen zum Projekt und Terminvereinbarungen außerhalb der Sprechzeiten sind unter Telefon 0157 35734242 oder E-Mail an hel.p@hs-nb.de möglich.

Kontakt zur Autorin
a.wegwerth@nordkurier.de

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