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Kritiker: Unfall hat sich lange angebahnt

VonAnett Seidel

Ein Wunder, dass nicht schon früher etwas passiert ist. Der Abschnitt am Abzweig Groß Nemerow an der Bundesstraße 96 ist eine Gefahrenquelle, meinen Kritiker.

Groß Nemerow.Nach dem schweren Verkehrsunfall am Herrentag auf der Bundesstraße 96 werden Stimmen laut, die darauf verweisen, dass der Abschnitt eine Gefahrenstelle darstellt. „Mich überrascht das nicht, damit hätte ich schon früher gerechnet“, meint Christian Völker aus Groß Nemerow.
Der Abzweig sei ungünstig gestaltet. „Wer von Neubrandenburg kommt und links abbiegen will, kann aufgrund der beiden Schilder auf der Verkehrsinsel die Gegenfahrbahn nur schwer einsehen und muss immer bewusst durch die Schilderlücke hindurchspähen“, betont der Groß Nemerower. Christian Völker selbst sei es häufiger so ergangen, dass er ein entgegen kommendes Auto erst recht spät gesehen habe, schildert er.
Am Herrentag war es an der Stelle zu einem schweren Verkehrsunfall gekommen. Ein Autofahrer hatte beim Abbiegen in Richtung Groß Nemerow einen entgegenkommenden Motorradfahrer übersehen (der Nordkurier berichtete). Bei dem Zusammenstoß wurden der Kradfahrer und seine Sozia schwer, aber nicht lebensbedrohlich, verletzt. „Ein Motorrad kann dort wegen seiner schmalen Silhouette ganz leicht übersehen werden“, bestätigt Christian Völker.
Das Straßenbauamt in Neustrelitz stimmt dem zu. „Das ist keine einfache Verkehrssituation“, bestätigt Jens Krage, Leiter des Straßenbauamtes. Er spricht in diesem Zusammenhang von schwierigen Sichtbeziehungen durch die Beschilderung. Derzeit werde das Problem überprüft und nach einer möglichst schnellen Lösung gesucht. „Die B96 – insbesondere die Strecke zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz – stellt keine Gefahrenquelle dar“, heißt es seitens der Polizei. Es gebe keine Unfallschwerpunkte und die Strecke sei auch nicht als „gefährlich“ eingestuft. Der Bereich am Abzweig Groß Nemerow befinde sich zudem in einer 70er-Strecke.

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a.seidel@nordkurier.de

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